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WordPress auf Speed Teil 5: Datenbank aufräumen und sauber halten

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Datenbank sauber und schnell halten

Jedes Plugin welches ihr in WordPress installiert, jedes Theme welches ihr aktiviert, praktisch alles hinterlässt Müll in der MySQL-Datenbank von WordPress. Verhindern lässt sich das leider nicht, aber mit ein wenig Vorsicht und dem richtigen Wissen, lässt sich die eigene Datenbank zumindest sauber und performant halten. Wer dagegen eine vollkommen verdreckte Datenbank hat und diese zum ersten mal gründlich reinigt, der wird sich anschließend wundern, wie schnell sein Blog arbeiten kann. Müll in der MySQL-Datenbank bremst WordPress spürbar aus und jede Optimierung macht viel Sinn. Wie die Reinigung genau geht und wie ihr diese in Zukunft regelmäßig durchführen könnt, verrate ich euch in diesem Teil der WordPress auf Speed Artikelserie.

MySQL-Datenbank von WordPress verstehen

Was macht welche Tabelle und wie wird sie von WordPress eigentlich genau genutzt? Fragen über Fragen, die ihr unbedingt klären solltet, bevor ihr euch an eine Optimierung wagt. Wer an der MySQL-Datenbank von WordPress herumfummeln will, sollte nämlich zumindest wissen welche Tabellen, welchen Zweck erfüllen. Wo werden Beiträge, Kommentare und Optionen gespeichert? All diese Informationen könnt ihr hier nachlesen. Der Artikel ist die perfekte Grundlage für alle Optimierungen, die auf dieser Seite genauer vorstellt werden. Erst verstehen und wissen, dann optimieren und tunen.

WordPress Datenbank mit Plugins reinigen

Die erste und sicherlich auch einfachste Methode ist es, die eigene Datenbank mit Plugins zu reinigen. Die Grundregel lautet hier schon einmal vorweg: Lasst die Plugins nach der Reinigung nicht einfach installiert und aktiviert. Selbst deaktiviert sollten Plugins nicht innerhalb von WordPress verbleiben, da manche von ihnen selbst dann noch an der Performance ziehen, oder versuchen Verbindungen nach außen herzustellen. Plugins zur Reinigung also einfach merken und immer nur dann kurzfristig installieren und aktivieren, wenn WordPress mal wieder gereinigt werden soll. Das empfiehlt sich einmal im Monat, oder gar einmal in der Woche, Hauptsache aber regelmäßig und dann auch wirklich gründlich.

Die Golden Regel: Egal was ihr an der Datenbank von WordPress auch ändert, optimiert oder anpasst, legt bitte immer ein Backup der Datenbank an. Alles was hier schiefgeht, lässt sich meist nur noch mit viel Aufwand, oder eben gar nicht mehr rückgängig machen. Ein aktuelles Backup sorgt dafür, dass ihr im Notfall einfach alles rückgängig machen könnt und dabei keine Daten verliert.

WP-Sweep

Nachdem ich lange Zeit das WordPress Plugin WP Optimize verwendet habe, bin ich mittlerweile auf WP-Sweep umgestiegen. Die Erweiterung stammt von Lester Chan, einem sehr bekannten und talentierten WordPress-Entwickler. Das alleine garantiert oft schon Sicherheit und regelmäßige Updates. WP-Sweep entfernt dabei vollautomatisch alles Unnötige aus der Datenbank, sorgt so für eine porentiefe Reinigung und lässt WordPress danach wieder richtig rennen. Einmal die Woche, oder einmal im Monat, sollte WP-Sweep daher laufen. Dann gibt es auch keine Probleme mit der Performance, zumindest in Bezug auf die Datenbank. Was WP-Sweep genau kann und wie es arbeitet, erfahrt ihr hier. Von meiner Seite gibt es eine klare Empfehlung.

Clean Options

Das WordPress Plugin Clean Options (Download) ist für Anfänger eher weniger geeignet, da ihr euch mit der Erweiterung auch schnell mal Plugins oder ähnliches zerstören könnt. Clean Options sucht nach veralteten oder ungenutzten Einträgen in der Datenbank und listet diese dann übersichtlich auf. Anschließend können alte Einträge per Markierung von Hand markiert und entfernt werden. Clean Options eignet sich wunderbar für fortgeschrittene Nutzer von WordPress, da diese so alte Einträge finden, die von den üblichen Plugins wie WP-Sweep etc. nicht gefunden bzw. aus Vorsicht gar nicht angefasst werden. Ihr solltet euch aber wirklich sicher sein, dass die angezeigten Einträge auch tatsächlich unnötig sind, denn sonst wird eine Erweiterung eventuell unbrauchbar. Also die Einträge genau studieren und am Ende nur die löschen, die eindeutig Müll sind. Seit ihr euch bei einem Eintrag dagegen nicht sicher, dann last ihn lieber wo er ist. Clean Options eignet sich wunderbar für alle, die ständig neue Plugins ausprobieren oder Themes wechseln. Erweiterungen hinterlassen nämlich zu 90 Prozent auch nach der Deaktivierung noch Müll in der Datenbank, welcher mit Clean Options dann aber aufgespürt und entfernt werden kann. So wird die Options-Tabelle wieder richtig sauber.

MySQL von Hand reinigen

Profis greifen natürlich direkt von Hand auf die MySQL-Datenbank zu, um dort Tabelle für Tabelle zu reinigen. Zum Beispiel mit PHP MyAdmin, oder dem MySQL Dumper. Dort durchsucht ihr entsprechende Tabellen nach überflüssigen Einträgen, die dann mit einem MySQL-Befehl entfernt werden können. Im unteren MySQL -Befehl möchte ich in der Datenbank wp_postmeta zum Beispiel alle Einträge mit dem Meta-Key “_wpseo_edit_keywords” löschen. Zum reinigen durchsucht ihr nun einfach die Datenbank von Hand und sobald ihr mehrere ungenutzte Einträge gefunden habt, ändert ihr die Werte entsprechend ab und führt den Befehl in MySQL aus. Damit findet ihr immer noch am meisten, es dauert aber eben auch ein Weilchen die komplette Datenbank von Hand zu durchforsten. In diesem Fall versuche ich alle Einträge von wpSEO zu entfernen, weil ich es deaktiviert habe und nun auch entsprechende Einträge löschen möchte. Alles nur ein Beispiel, denn wpSEO hat meinen Test ja bestanden.

DELETE FROM wp_postmeta WHERE meta_key = "_wpseo_edit_keywords";

Alle Tabellen in InnoDB umwandeln

Wer seinen Blog schon eine ganze Weile führt, der sollte unbedingt mal nachschauen, welche Engine die Tabellen genau verwenden. Aktuell sollte eigentlich nur noch InnoDB Engine zum Einsatz kommen, vor allem weil die MyISAM-Technik inzwischen einfach veraltet ist und nicht mehr aktiv weiterentwickelt wird. InnoDB aber eben schon und deshalb empfiehlt es sich nachzuschauen, ob noch MyISAM-Tabellen vorhanden sind, die eventuell umgewandelt werden müssen. Das ist häufig der Fall, gerade wenn Blogs ein wenig älter sind. Keine Sorge, das Umwandeln ist ganz einfach mit einem MySQL-Befehl oder per Plugin möglich. Hier zeige ich euch ganz genau wie ihr Tabellen eurer Datenbank umwandelt. Anfänger sollten einfach direkt zur zweiten Methode, nämlich dem Plugin greifen, das geht deutlich schneller und birgt weniger Gefahren.

Vorsicht bei zu vielen Plugins

Am Ende rate ich euch einfach vorsichtig bei WordPress Plugins zu sein. Die meisten Erweiterungen klingen toll und sind schnell installiert, entpuppen sich dann aber als langsam oder bedenklich, vor allem in Hinsicht auf den Datenschutz, die Sicherheit, oder eben die allgemeine Performance eures Blogs. Am besten ist es daher immer noch, ihr habt zum Testen von Plugins einen entsprechenden Test-Blog, eventuell eine lokale WordPress-Installation. Der darf dann ruhig zugemüllt werden, denn er dient ja nur zum Test und es sind keine Besucher zugelassen. Eine Testumgebung erspart euch häufig eine Menge Ärger und vor allem könnt ihr vorab alles ohne Gefahr ausprobieren.



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