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WordPress auf Speed Teil 6: Verzicht für mehr Power und Leistung

Wordpress Speed Performance Diagramm

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Manche lernen es auf die harte Tour

Als ich damals mit WordPress angefangen habe, besorgte ich mir für ca. 50 Dollar ein aufwändiges Premium Theme. Das war toll und ich war wirklich begeistert, denn es hatte alles an Board was damals noch gar nicht so selbstverständlich war wie heute. Ein eigenes Menü mit Einstellungen für jeden Aspekt und jede Funktion, wo Farben mit tollen Slidern und Wheels gewählt werden konnten. Dazu gab es ein Review-System mit Sternen, welches zusätzlich Cover und vieles mehr anzeigen konnte. All das war mit vielen hübschen Animationen unterlegt, das WordPress Theme war einfach ein echter Hingucker. Mit der Zeit kamen dann immer mehr Besucher auf meinen Blog, mit der Zeit zeigte sich aber auch die Belastung des Servers. Scripte, Animationen, aufwändiger Code, all das sorgte nicht gerade für eine bessere Performance. Stück für Stück lernte ich, dass Minimalismus nicht nur schneller ist, sondern eben oft auch besser funktioniert. Weniger ist einfach mehr. Als Anfänger lässt man sich schnell blenden, von all den tollen Features und hübschen Animationen, doch am Ende sorgt die ganze Spielerei nur dafür, dass eine Website ineffizient wird und nicht performant funktioniert. Der eine lernt es, wie ich selbst, auf die harte Tour, der andere bekommt Tipps und Tricks, um derartige Fehler von Anfang an zu vermeiden. Gerade WordPress ist bekannt für seine hohen Anforderungen und gerade bei WordPress sollte daher von Anfang an auf Effizienz geachtet werden.

Schnell und zielgerichtet ist effizient

Performance ist alles, so predige ich es heute immer und immer wieder. Google achtet inzwischen sehr darauf, Besucher haben schon immer darauf geachtet und Webmaster und Blogger haben es inzwischen auch begriffen. Dutzende Scripte, riesige CSS-Dateien – Hat doch alles keinen Sinn, wenn die Website dann eine gefühlte halbe Stunde zum Laden benötigt und den Server immer wieder lahmlegt, sobald es mal einen kleinen Ansturm von Besuchern gibt. Material Design und Minimalismus sind im Trend, endlich sind Websites mal so wie sie sein sollten. Schnell und optimiert, statt überproportioniert und fett. Jahrelang wurden immer mehr Features und Techniken erschaffen, nur um jetzt zu merken – Bringt doch alles nichts, so etwas bläht den Blog nur unnötig auf. Außerdem leben wir im Zeitalter von Smartphones und Datentarifen, da darf eine Website nicht mehr allzu viele Daten senden, weil die Nutzer auf dem Smartphone sonst nie wieder kommen.

Keine Grenzen bedeutet nicht unendlich sein

Verzicht für mehr Power und Leistung, heißt dieser Artikel, und tatsächlich möchte ich zum Ende der WordPress auf Speed Artikelserie noch einmal auf den bereits erwähnten Minimalismus eingehen. Wir leben nicht mehr in Zeiten, in denen uns die Bandbreite fehlt (abgesehen von den Mobilen Plattformen). Wir leben in Zeiten, in denen Besucher keine Geduld mehr haben. Online-Shops machen deutlich mehr Umsatz, wenn die Ladezeit unter einer Sekunde liegt. Wir leben aber auch in Zeiten, in denen mehr möglich ist als jemals zuvor. Grenzen sind kaum noch gesetzt, doch genau deshalb heißt es auch vorsichtig sein. Nur weil alle Grenzen offen sind, muss nicht jeder alle Grenzen überschreiten. Denkt daran, auch unter Volllast soll eine Website noch flüssig laufen, auch zu Spitzenzeiten möchten die Besucher nicht lange auf ihre Inhalte warten und auch ein viraler Hit darf den eigenen WordPress Blog nicht direkt lahmlegen. Übersicht ist auch so eine Sache, denn ein Magazin Theme bringt gar nichts, wenn der Nutzer dort nichts finden kann. Simpel und effektiv, so einfach wie möglich, so etwas hat Erfolg. Das zeigen schon Amazon, Google und Facebook, die allesamt sehr simpel und performant gestaltet sind, um auch mit vielen Nutzern gleichzeitig perfekt und ressourcenschonend klarzukommen. Um skalierbar zu bleiben, was mit WordPress nicht immer so einfach ist.

Viele Premium Themes sind überladen

Wozu braucht ein kleiner Blog also eine Lightbox? Warum müssen sich User registrieren können, wenn es keine Benutzerbindung, sondern lediglich Kommentare gibt? Weshalb sollten sämtliche CSS3 Animationen ausgenutzt und eingebaut werden? Genau das ist der Punkt, denn Designer und Blogger kennen oft kein halten mehr. Meistens wird ein Feature nach dem anderen hinzugefügt, sodass WordPress Premium Themes oft eindrucksvoll auf den Käufer wirken, mit eigenen Optionen, unzähligen Möglichkeiten, bereit auch für die entfernteste Zukunft, bereits für jeden Bereich und jede Branche . Doch eindrucksvoll ist nicht immer gut, denn viele Premium Themes sind einfach nur noch überladen, können alles und sind für jeden Zweck geeignet. Mehr als ein Dutzend Scripte finde ich im Head, was auf dem Testserver sicherlich gut aussieht und läuft, im Live-Betrieb mit 100.000 Besuchern aber sehr schnell eine Gehhilfe benötigt. Verinnerlicht diesen Gedanken und setzt auf kleine, schlanke Themes, denn damit werdet ihr die wirklich großen Erfolge haben. Nicht mit den Blendern, denn die sorgen nur dafür, dass ihr schon bei 1.000 Besuchern auf ein neues und teures Hosting-Paket mit mehr Leistung umsteigen müsst. So sollten Themes sein. Nicht anders.

Verzichten für mehr Leistung und Performance

Dieser letzte Artikel der Reihe, zumindest der vorläufig letzte, soll also keine Anleitung sein. Er soll euch klarmachen, wie wichtig Minimalismus beim Bloggen ist. Gerade Anfänger neigen immer dazu, alles zu wollen. Doch alles zu wollen, ist fast immer der falsche Weg. Konzentriert euch auf das eine Feature eurer Website, nutzt möglichst komprimierte Elemente und Grafiken. Die vorherigen Teile haben hier schon eine Menge Tipps gegeben und gezeigt, wie die WordPress Performance auch im Nachhinein noch verbessert werden kann. Das Wichtigste ist und bleibt aber dennoch: Denkt von Anfang an klein, zumindest was die Performance angeht. Schaut auf große und erfolgreiche Websites wie Amazon, die eben nicht wie andere Shops aufgebaut sind, sondern verhältnismäßig unspektakulär. Und wenn ihr trotzdem etwas Besonderes wollt, dann denkt darüber nach und entscheidet euch für ein einziges, dafür aber ganz bestimmtes Merkmal. Vor allem aber: Kauft nicht einfach ein fettes Premium Theme mit allerlei Einstellungen und Funktionen, denn die müsst ihr später, wenn ihr sie gar nicht nutzt, von Hand entfernen, um nicht unnötigen Ballast mitzuschleppen. Weniger ist am Ende einfach immer mehr. Das ist immer, wirklich immer, ja wirklich immer so. Wer jetzt noch weiter tunen möchte, schaut auf der Übersichtsseite zur WordPress-Performance nach und liest sich etwas ein. Als Grundlage war diese Serie aber der perfekte Einstieg.



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