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Commentator: Wie Disqus ohne Disqus

Commentator Wie Disqus ohne Disqus

Geniale Idee

Manche WordPress Plugins sind schlichtweg genial, doch ihnen fehlt einfach der Feinschliff. Genau so erging es auch dem Commentator Plugin. Die Idee ist genial. Ein Kommentarsystem mit Ajax und weiteren Features, mit Login und Social-Login, mit einem dynamischen Erscheinungsbild und viel Interaktivität. Im Grunde so etwas wie Disqus, nur eben ohne Disqus nutzen zu müssen. Die Kommentare bleiben in der eigenen Datenbank, die Kontrolle etc. auch, und über den Datenschutz braucht sich beim Commentator Plugin ebenfalls niemand Gedanken zu machen. Doch Commentator litt am Anfang unter Bugs, machte Probleme, ich vermisste wichtige Features und allgemein wirkte es mir nicht rund genug. Die 14 Dollar waren aber dennoch gut investiert, denn Félix Bayart, der Programmierer hinter dem Plugin, bot einen nahezu perfekten Support und lieferte ein Update nach dem anderen. Doch in welchem Zustand befindet sich Commentator nun genau?

Mängel beim Release

Eigentlich ist Commentator das typische Beispiel. Die Idee ist gut, doch die finale Version hatten noch zu wenige Nutzer in der Hand bzw. wurde sie noch nicht live von Endnutzern getestet. Also fehlte das Feedback, was überaus wichtig ist, um Dinge an die Wünsche der Benutzer anzupassen. Das kam dann in den Kommentaren und schreckte viele potenzielle Käufer erst einmal ab. Inzwischen hat Commentator aber die Version 1.5 erreicht und alle wichtigen Features und Wünsche wurden nachträglich hinzugefügt. Zum Beispiel die Option, bei der Registrierung ein eigenes Passwort zu wählen. Oder die grundlegende Möglichkeit, eine eigene Font auszuwählen (in Version 1.0 zwang mich das Plugin die Font Lato zu nutzen, was mir unverständlich ist). Schlussendlich ist die Erweiterung nun in einem wunderbaren Zustand und wer selbige mal in Aktion sehen möchte, kann sich hier eine Live-Demo des interessanten Kommentarsystems anschauen.

Fantastische Features

Meine Begeisterung für das Commentator WordPress Plugin fängt schon beim Formular selbst an. Ein kleines Feld, was sich nur dann erweitert, wenn auch wirklich mehr Platz gebraucht wird. Die Angaben für den Namen etc. befinden sich unter dem Formular, was ebenfalls nicht unwichtig ist. Erst die Meinung kundtun, dann die Daten eingeben. Die Kommentare werden dann in einer Liste angezeigt, auch Antworten auf Kommentare sind ohne weiteres möglich, wenn diese in WordPress aktiviert wurden. Jeder Kommentar lässt sich außerdem noch bewerten, mit Daumen hoch, Daumen runter Prinzip. Das ist wichtig, weil sich alle Kommentare auch noch sortieren lassen. So werden entweder die ältesten Kommentare, die neusten Kommentare, oder eben die Kommentare mit den besten Bewertungen ganz oben angezeigt. Es ähnelt wirklich auffällig dem System von Disqus und das ist durchaus positiv zu sehen, weil das in Sachen Bedienung ja bekanntlich alles richtig macht. Anders als Disqus lagert es die Kommentare aber nicht aus und es bindet auch keine externen Scripte aus Amerika ein. Commentator ist nur eine Art Neuerfindung des WordPress Kommentarsystems.

Commentator Screenshot 1

Die Icons die Commentator nutzt, sind in den Optionen wählbar.

Login und Registrierung

Mit am besten gefällt mir dabei die simple Registrierung. Die ersetzt alle anderen Möglichkeiten, weil diese nicht mehr gebraucht werden. Das Login befindet sich dort, wo es genutzt wird, nämlich direkt bei den Kommentaren. Mit einem Klick öffnet sich ein Fenster, gleiches gilt für die Registrierung. Das macht den Login- bzw. Registrierungsprozess denkbar einfach und das fördert wiederum die Interaktion der Nutzer. Wenn einloggen und Registrieren kein großes Problem mehr darstellen, dann sind viele auch bereit dazu. Auch der DAU, also der dümmste anzunehmende User. Ebenfalls schön: Wer das Backend mit einer .htpasswd gesperrt hat, der kann alles so lassen wie es ist. Die Registrierung funktioniert trotzdem.

Kommentare mit Ajax

Von all den sehr gelungene Features mal abgesehen, verwandelt Commentator euren Kommentarbereich auch in eine dynamische Zone. Dank Ajax werden Kommentare direkt angezeigt, kein Reload oder Aufwand ist dafür mehr notwendig. Das ist nicht nur praktisch, es wirkt auch flüssig und modern, wird von Nutzern sehr gerne gesehen und angenommen. Dabei machen vollständige Umsetzungen mit Ajax bekanntlich meist wenig Sinn, doch in den Kommentaren ist dies perfekt aufgehoben. Ansonsten bleibt die Erweiterung vorsichtig, sodass sie bei mir keinerlei Probleme mit den bekannten Cache Plugins verursachte. Der Autor des Plugins sicherte mir außerdem kommenden Support für W3 Total Cache zu bzw. will er prüfen ob es hier überhaupt irgendwelche Probleme gibt. Mir sind keine aufgefallen.

Hübsch aber unflexibel

Was mir bei all dem Lob dagegen nicht sonderlich gut gefällt, ist das Design bzw. die Vorgaben. Dicke Linien machen sich schließlich nicht in jedem Blog gut. Auch die Vorgabe der Lato Webfont finde ich unverständlich, weil ich Lato nicht als eine Font empfinde, die sich problemlos mit anderen verbinden lässt. Warum nicht Open Sans benutzen, die bei WordPress inzwischen eh als eine Art Standard gilt? So kommt wohl kaum jemand um einen Wechsel herum, auch die CSS muss vermutlich jeder ein wenig bearbeiten. Zwar lassen sich Icons und Farben auch im Admin verändern, doch damit ist dann auch Schluss. Die runden Ecken bleiben, die dicken Linien auch, das Loading Image darf ich ebenfalls nicht im Admin verändern. Commentator ist mir also zu unflexibel was seine Darstellung angeht. Nicht, dass es  nicht hübsch wäre, es passt meiner Meinung nach nur nicht in jeden Blog und ein paar weitere Details muss ich meist doch noch von Hand ändern.

Commentator Screenshot 2

Ein Highlight ist für mich die Registrierung von Commentator. Sie ist sehr gut gelungen.

Performance und Probleme

Wie oben schon erwähnt, konnte ich mit W3 Total Cache keinerlei Probleme feststellen. Auch sonst ist mir nichts Großartiges ins Auge gesprungen, was eine Einschränkung oder gar Gefahr bedeuten würde. Allerdings empfinde ich das Commentator Plugin stellenweise ein wenig unübersichtlich programmiert und auch beim Thema CSS ist das Ganze nicht sonderlich performant. Allgemein könnte alles also ein wenig minimalistischer und schneller programmiert sein, wobei es im Vergleich mit manch anderem Kommentarsystem wiederum sehr gut läuft. Das Voten der einzelnen Kommentare geht schnell, die Datenbank wird weniger massiv als bei ähnlichen Lösungen belastet. Es ist also ein Plugin was nicht perfekt programmiert ist, aber dennoch besser als die meisten Alternativen läuft.

Fazit zum Commentator Plugin

Ich könnte ewig so weitermachen. Ich könnte Positives gegen Negatives abwägen, Features auseinandernehmen und den frühen Release kritisieren. Ja, das könnte ich, doch dann wäre der Test schlichtweg unfair. Der frühe Release hat dem Plugin nämlich nur dezent geschadet und nun mit Version 1.5 sind alle wichtigen Features und Kritikpunkte abgearbeitet. Der Programmierer Félix Bayart hat gezeigt, dass er Support leistet. Er hat all meine Wünsche und all meine Kritik umgesetzt, hat blitzschnell via Mai geantwortet und war sogar über die Feiertage sehr aktiv. Von all dem Drumherumm also aber mal abgesehen, ist Commentator einfach wirklich hübsch und einzigartig. Wer also einen Weg sucht, um das eigene Kommentarsystem in WordPress aufzuwerten und für Besucher interessanter zu gestalten, der ist nun fündig geworden. Ich kann es nur weiterempfehlen und bin recht begeistert von dem Plugin, was am Anfang noch alles andere als perfekt war, ist Inzwischen eine Empfehlung wert. Für 14 Dollar könnt ihr euch Commentator kaufen.

Geniale Aufwertung des Kommentarsystems.



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