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Mein Umstieg auf Ubuntu Linux

Mein Umstieg auf Ubuntu Linux

Schluss mit Windows

Jetzt ist es passiert, ich bin tatsächlich komplett auf Linux umgestiegen, genauer gesagt nutzte ich seit rund einem Monat Ubuntu. Das hat auch durchaus seine Gründe. Angefangen hat es bei uns in der Familie damals, wie bei so vielen, mit einem Apple Macintosh. Dann folgte der erste PC mit Windows 3.1 und weil die Masse eben Windows einsetzte und ich unter anderem ja auch ein leidenschaftlicher Spieler bin, blieb es letztendlich dabei und Windows setzte sich immer mehr im Alltag fest. Microsoft Office etc. wurden einfach zum Standard, da führten nur wenige Wege dran vorbei. Also nutze ich Windows 95, 98, ME, XP, Vista, 7, 8, ich hatte sie wirklich alle und ich war eigentlich auch sehr zufrieden mit den meisten Versionen. Doch Zufriedenheit enstand bei Windows vor allem deshalb, weil Alternativen fehlte. Es gab und gibt eben nur Windows als Mainstream-Betriebssystem und wer Windows hat, hat immer auch die passenden Dateiformate etc. was im Alltag durchaus wichtig ist. Wichtig sind bei Windows auch ständige Backups, denn in all den Jahren lief nie eine Version so richtig perfekt oder gar problemlos. Irgendwann müllte sich das System immer zu, wurde träge und langsam, verhielt sich mit der Zeit meist merkwürdig, bis es dann irgendwann wieder eine Art Defekt gab und ich Windows neuinstallieren musste oder einfach wollte, damit es wieder flott und flüssig lief. Schlussendlich führte all das immer nur zu Ärger, mal früher, mal später, und nachdem ich diesen Ärger vor ca. einem Monat erneut hatte, reichte es mir endgültig, auch weil ich mit dem Touch-Verseuchten Windows 8 nicht wirklich warm wurde. Kein Bock mehr auf Windows!

Ubuntu soll es sein

Was folgte waren Überlegungen und Pläne. Was jetzt? Ein MacBook von Apple, oder der iMac? Nein, so richtig liegt mir MacOS nicht, ich habe auch nicht so viel Geld über, brauche das eigentlich auch gar nicht. Noch einmal Windows? Nein danke, wenn ich jetzt schon wieder davon höre, dass Microsoft über Windows 9 redet und ich mir wahrscheinlich kurz nach Windows 8.1 bereits das nächste System kaufen darf und soll, kommt mir die kalte Kotze hoch. Also war ich mutig und wählte aus dem Bauch heraus Ubuntu Linux, die, zumindest aus meiner Sicht, einzige ernstzunehmende Linux-Version. Ubuntu hatte ich sogar schon einmal ausprobiert, doch damals gab es wohl noch massive Probleme mit den Grafiktreibern, denn auf meinem High-End Gamer-PC, wollte das alles nicht so richtig flüssig und stabil laufen. Auf ein Neues, dachte ich mir nun, kaufte eine neue SSD-Festplatte und installierte auf ihr Ubuntu. Gespannt war ich, denn die dunkle Oberfläche und der Workflow von Ubuntu, gefielen mir zwar von Anfang an, waren aber eben  auch wirklich eine Umstellung. Jetzt war ich gespannt was sich seit meinem letzten Blick auf das System getan hatte und wie ich mit dem neuen OS zurechtkommen würde. Immer auf Abruf, eventuell doch wieder auf Windows umzusteigen, falls das mit Ubuntu und mir nichts werden würde.

Überraschend Ubuntu

Die Überraschung war nun groß, denn Ubuntu lief von Anfang an perfekt und die Probleme von früher waren vergessen. Es dauerte auch nicht lange, sich an das System zu gewöhnen, weil der Umstieg durchaus leicht fällt und die neuen Mechanismen bzw. die anderen Wege von Ubuntu, schnell verinnerlicht sind. Schnurlose Arc Touch Tastatur und Maus von Microsoft wurden außerdem problemlos erkannt, genau wie der Laserdrucker und auch der im Computer integrierte Card-Reader. Damit hätte ich jetzt nicht unbedingt gerechnet, ich hätte vermutet, erst einmal nach passenden Treibern suchen zu müssen. Dem war zum Glück nicht so, weshalb ich mir die Zeit sparen konnte. Stattdessen suchte ich nun nach Alternativen zu Photoshop, Microsoft Office und Co, denn auch wenn ich kein Windows mehr nutzen wollte, ich brauchte entsprechende Programme schließlich, um ganz alltägliche Aufgaben zu erledigen. Bevor ich also wichtige Daten aufspielte oder wirklich sicher war, dass ich bei Ubuntu bleibe, galt es erst einmal für all die unter Windows zur vollkommen Normalität gewordenen Aufgaben, entsprechende Programm-Alternativen zu finden. Viel Potenzial zum scheitern, doch die Suche gestaltete sich zum Glück als recht einfach.

Ubuntu Software Center

Wer nach Alternativen Programmen unter Ubuntu sucht, findet viele Hinweise dazu in Foren oder allgemein über die Suchmaschine im Web. Empfehlungen gibt es viele, doch vieles muss auch ausprobiert, gefiltert und wieder verworfen werden. Doch Ubuntu bringt dafür eine Art App Store mit, nur dass die meisten Programme unter Linux eben komplett kostenlos oder für kleines Geld angeboten werden. Ubuntu Software Center nennt sich die Anwendung, die nach Eingabe eines Suchbegriffs passende Anwendungen ausgibt und zur Installation vorschlägt. Ein Klick reicht dann, um das Programm herunterzuladen und zu installieren. Das ist einfach, effektiv, funktioniert so wie es sollte und eben genau wie der typische App Store auf dem Smartphone. MacOS-Nutzer kennen so etwas schon, als Window-Anwender wirkt das im Betriebssystem anfangs sehr fremd, denn Microsoft hat es selbst mit Windows 8 noch nicht geschafft, einen wirklich sinnvollen Store zu integrieren. Wie genau das Ubuntu Software Center filter, ist mir aber noch unklar, denn alle Linux-Programme sind dort nicht verfügbar, einige müssen von der Entwicklerwebsite heruntergeladen und installiert werden. Praktisch ist das Software Center dennoch, weil es sehr umfangreich daherkommt und für jeden Suchbegriff meist auch etwas Passendes ausspuckt.

Linux Photoshop-Alternative

Am wichtigsten war für mich eine Linux Photoshop-Alternative und ich wusste bereits, dass ich nicht GIMP nehmen wollte. Der Workflow von GIMP ist einfach nur schrecklich und auch wenn das Tool so ziemlich alles kann was Photoshop kann, so ist es mir doch viel zu umständlich. Außerdem hatte ich schon bei Windows bemerkt, dass ich Photoshop nicht mehr zwingend benötige. Also wollte ich eine schlankere Alternative, die zum erstellen von Artikelbildern und bearbeiten von Fotos ausreicht, dabei aber nicht so in die Tiefe wie Photoshop geht. Leichter und schneller sollte sie sein, ohne den unnötigen Ballast den ich höchsten einmal im Jahr wirklich benötigte und selbst dann nur einsetzte, weil er eben verfügbar ist. Es gibt viele Grafikprogramme für Linux, die sich als Photoshop-Alternative präsentieren oder ankündigungen, doch die meisten sind wenig genial, wirken oft auch wie ein erweitertes Paint. Fündig wurde ich bei dem Programm Pixeluvo. Der Image Editor kostet nur 28 Euro und kann direkt mit einem Lizenzcode aktiviert werden, welcher über PayPal geordert werden darf. Günstig und richtig gut, denn Pixeluvo war für mich eine Art Befreieung. Die Bildbearbeitung mit Pixeluvo ist nicht so komplex oder umfangreich wie mit Photoshop, bringt aber die meisten Standards mit. Für jemanden der Artikelbilder erstellt, hier und da mal ein Banner oder eine kleine Fotobearbeitung, für den ist Pixeluvo schlichtweg ideal. Das Genialste ist dabei, wie schnell das Grafikprogramm reagiert, lädt und wie gut sich damit im Alltag arbeiten lässt. Die Bedienoberfläche ist sehr miniamlistisch, die Shortcuts ähneln denen von Photoshop und auch das Arbeiten mit Eben ist schnell verinnerlicht. Zugegeben, ich brauchte schon ein paar Tage, um mich an das Programm zu gewöhnen, doch inzwischen bin ich glücklicher denn je. Pixeluvo liefert alles was ich im Alltag brauche, ohne eben den unendlichen und oft unnötigen Umfang von Photoshop. Deshalb ist das Programm schneller, deshalb ist die Oberfläche minimalistischer und klarer, deshalb ist mein Workflow mit Pixeluvo inzwischen auch deutlich schneller. Ein wirklich wunderbares Programm, welches ich jedem Linux-Umsteiger nur ans Herz legen kann. Ausprobieren ist schließlich kostenlos und wem es gefällt, der muss mit 28 Euro auch nicht sonderlich tief in die Tasche greifen. Ich bin jedenfalls begeistert und überglücklich über den Umstieg.

Linux Microsoft-Office-Alternative

Nach einer Linux-Alternative zu Microsoft Office brauchte ich gar nicht suchen, denn Ubuntu installiert Libre Office schon von Haus aus. Libre Office ist dabei eine Abspaltung von Open Office, die damals nach der Übernahme durch Oracle entstand, als die Community sauer wurde. Eigentlich ist Libre Office eine komplette Office Suite, mit Exel-Ersatz, Word-Alternative und mehr. Die Oberfläche mag nicht ganz so innovativ und einfach sein, wie sie Microsoft zuletzt umsetzte, doch sie funktioniert und bietet alles was die Konkurrenz kann. Für mich reicht das allemal, denn ich verbringe nicht sonderlich viel Zeit in Office-Anwendungen, das Meiste wird heutzutage direkt im Web erledigt. Trotzdem schön eine Alternative zu haben, immerhin bekommt man des Öfteren mal Word-Dateien oder Exel-Tabellen geschickt, die dann natürlich in einem entsprechenden Programm geöffnet werden wollen. Mit Libre Office alles kein Problem, das Programm übernimmt das für mich. Wunderbar also und ich bin wieder zufrieden.

Linux Mail-, FTP, und andere Alternativen

Weitere Alternativen waren kaum notwendig, denn mit Thunderbird für Mails, Firefox zum surfen und Filezilla für FTP-Server, hatte ich schon unter Windows Programme im Einsatz, die tadellos auch unter Linux bzw. Ubuntu laufen. Bei Firefox, aber auch beim Chrome Browser, werden Lesezeichen, Verlauf und alle anderen Daten glücklicherweise automatisch über die Cloud synchronisiert. Alle Einstellungen können also bei einem Wechsel problemlos mitgenommen werden, das macht den Umstieg doppelt einfach. Dropbox, Mega, sowie andere Cloud-Programme, auch die gibt es unter Ubuntu Linux ohne Einschränkung. Nicht was es nicht gibt und wenn es etwas nicht gibt, gibt es eine passende Alternative. Einfach super.

Linux CCleaner-Alternative

Weil ich es außerdem gewohnt bin, unter Windows ständig einen Cleaner wie beispielsweise CCleaner zu starten, damit das System nicht träge wird, informierte ich mich darüber wie das bei Ubuntu bzw. Linux so ist. Laut Aussagen der Nutzer läuft Ubuntu flüssig und stabil, müllt sich lange nicht so zu wie ein Windows, legt lediglich temporäre Dateien an, die zwischendurch mal gelöscht werden können, aber nicht gelöscht werden müssen. Da ich aber Performance-Fetischist bin und es nicht abkann wenn irgendwo Dateien liegen die nicht mehr benötigt werden, installierte ich mir das kostenlose Tool BleachBit. Das erfordert am Anfang ein paar sorgfältige Einstellungen, löscht dann aber zuverlässig allen Müll vom System. Außerdem übernimmt es auch gleich die Reinigung von Firefox, Chrome und anderen Programmen, löscht bei mir einmal im Monat also nicht nur ungenutzte Dateien von Ubuntu, sondern eben auch den heuzutage oft gigantisch großen Internetverlauf, den Cache und all die kleinen Cookies. Wunderbar, was will man da noch mehr.

Rundum zufrieden mit Ubuntu

Am Ende war die Aufgabe erfüllt. Für alle wichtigen Programme fand ich unter Ubuntu eine kostenlose, oder aber sehr kostengünstige Alternative. Der Witz dabei: Viele von ihnen liefen sogar besser, schneller, punkteten mit Minimalismus, gefielen mir am Ende einfach richtig. So merkte ich erst mit dem Umstieg, dass ich den Umfang eines Photoshops im Alltag gar nicht benötige. Libre Office reicht mir vollkommen aus, denn das Ribbon-Menü von Office ist zwar innovativ, aber nicht unbedingt besser zu bedienen. Der tolle App Store bzw. das Software Center von Ubuntu, all das gefällt mir hervorragend. Auch Ubuntu selbst kann ich bislang nur loben, denn die Oberfläche sieht in ihrem dunkelgrau nicht nur klasse aus, die Bedienung geht auch super von der Hand und fühlt sich schlichtweg richtig durchdacht an. Keine Probleme nach dem Umstieg, nicht ein einziges. Ich bin rundum zufrieden mit Ubuntu und kann jedem nur empfehlen mal ein Blick in das oft so fremd wirkende Betriebssystem zu riskieren. Vielleicht bleibt ja auch ihr eines Tages mal hängen und kehrt Windows den Rücken zu. Vielleicht ist das bei euch aber schon längst passiert? Wenn ja, dann freue ich mich über eure Eindrücke und Programm-Alternativen in den Kommentaren.



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