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Warum Premium Themes inzwischen alle Schrott sind

Warum Premium Themes alle Schrott sind

Premium Themes sind nicht immer hochwertig

Es war einmal vor langer Zeit, da startete ich meinen ersten WordPress Blog. Unerfahren wie ich war, probierte ich damals viel herum, installierte eine Menge Plugins und Themes, testete eben einfach alles rund um WordPress aus. Da ich es allerdings von Anfang an ernst mit dem Bloggen meinte, kaufte ich mir bei Themeforest relativ früh ein sogenanntes Premium Theme. Das waren, so wusste ich damals schon bzw. dachte ich, besonders hochwertige WordPress Themes, die Support, Updates und allerlei Funktionen beinhalten. Nicht. Denn natürlich sind Premium Themes (vor allem in jüngster Zeit) oft zu einer regelrechten Seuche mutiert. Frameworks ohne Ende, fette Javascript-Bibliotheken, Shortcodes und vieles mehr – Premium Theme sind heute jedenfalls nicht mehr spezialisiert oder besonders hochwertig. Ein Premium Theme kann heutzutage einfach alles und nichts, will jeden Blogger da draußen erreichen und zum potenziellen Kunden machen. Wozu das führt, dürfte jedem klar sein. Zu Kompromissen. Richtig “Premium” ist von all den Themes außerdem kaum noch eines.

Versprechen die nicht eingehalten werden

In meinem Fall hatte ich damals allerdings Glück im Unglück, oder wie sagt man so schön. Ich wählte damals nämlich mit viel Sorgfalt und auch ein wenig durch Zufall ein sehr sauber programmiertes Theme. Das ist aber eben nicht die Regel, denn Premium heißt oft nur: Das Ding kostet viel Geld, mit Premiumqualität hat das per se erst einmal rein gar nichts zu tun. Viele sogenannte “Premium Themes” sind in Wahrheit nämlich minderwertig oder unsauber programmiert, fast alle sind gnadenlos überladen und auch Theme Shops versprechen einem zwar das Blaue vom Himmel, halten aber oft nur zu 50 Prozent ihrer Versprechen überhaupt ein. Premium sollte also in erster Linie mit Vorsicht genossen werden, weil das Wort “Premium” schließlich jeder nutzen darf, ohne irgendeine Art von Qualitätskontrolle hinter sich zu haben. Lasst euch also auch nicht dazu verleiten, zu glauben, dass der Begriff Premium selbst schon für Qualität steht. Dem ist nicht so, denn es gibt genug Schrott im World Wide Web und gerade mit WordPress Themes wird viel Geld umgesetzt. Mit minderwertigen WordPress Themes, denn das sind meist die erfolgreichsten. Am Ende will aber auch jeder sein Stück vom Kuchen abbekommen, eben auch die, die es eigentlich gar nicht verdient haben.

Premium-Ballast mit mieser Performance

Das Problem mit den WordPress Premium Themes ist oft, ich erwähnte es bereits, dass sie allesamt meist heftig überladen sind. Gerade bei Themeforest und anderen großen Theme Shops wird sich kaum noch spezialisiert, es geht nur noch darum Themes für alle möglichen Zwecke anzubieten, für jede Zielgruppe auf einmal. So hat jedes Design auch gleich noch Templates für einen Blog, Shop, eine Landing Page mit an Board, unterstützt bbPress und WooCommerce, liefert dazu noch verschiedene Styles, Grids und Shortcodes mit, sowie weiches Scrollen, nette Effekte und vieles mehr. Auch ein eindrucksvolles Menü mit Einstellungen muss untergebracht werden, damit Anfänger sich den unsauberen Code auch noch in Blöcken zusammenschustern können. Minimalismus ist ein echtes Fremdwort geworden, saubere Programmierung auch. Die Themes sind aufgeblasen, fett, setzten zum Teil andere Plugins voraus oder liefern gleich zwei bis drei WordPress Plugins mit, die zur Verwendung zwingend aktiviert sein müssen. Da ist der Server schon ohne Besucher am Ende, denn der muss all das zum laufen bringen. Performant ist was anderes, vor allem weil die meisten kleinen Blogger nur zwei der tausend Funktionen auch wirklich benötigen. So einsteht von Anfang an Ballast. Es ist ein bisschen wie mit dem Jetpack Plugin von Automattic. Oder ganz anders gesagt: Ich kaufe mir ja auch kein Supermarkt, nur weil ich Chips haben will.

Eine Voraussetzung zum Sterben

Viel schlimmer ist meiner Ansicht nach aber die Bindung. Viele Premium Themes schneiden die Thumbnails gleich für den Slider zurecht, konvertieren Post Types, erstellen besondere Funktionen, schreiben all ihre Informationen in die Tabellen der Datenbank und sind dabei unsauber geschrieben und nicht einfach wieder deinstallierbar. Ein Wechsel wird damit im Einzelfall unmöglich, zumindest aber schwierig und unnötig aufwendig, es sei denn das nächste Theme wird erst einmal massiv angepasst oder stammt vom selben Entwickler und besitzt Abwärtskompatibilität (was selten der Fall ist). So müsst ihr euch beim Thema Premium Themes von Anfang an bewusst sein, dass ihr euch, zumindest teilweise, an das gewählte und gekaufte Theme bindet. Alles ist dort speziell angepasst und so schreiben viele Premium Themes ihre ganz eigenen Regeln und füllen die Datenbank mit zum Teil abenteuerlichen Werten. Das Resultat: Ein fetter, langsam laufender WordPress Blog, der dutzende Informationen pro Seitenaufruf abfragt und dabei, wie eben schon erwähnt, auch ohne hohe Besucherzahlen schon massig zu arbeiten hat. Keine gute Voraussetzungen zum Wachstum, eher eine Voraussetzung zum sterben.

Weil simpel immer am besten funktioniert

Die 40 bis 100 Dollar, die solch ein Premium Theme dabei kostet, ist es eigentlich am Ende nicht Wert. Damals war ich recht angetan von den vielen hübschen Themes, den großartigen Designs und den vielen Funktionen, doch genau das ist der Fehler vieler Anfänger – Sie lassen sich blenden. Slider funktionieren im Sinne von Klickzahlen meist nicht, viel Javascript heißt auch viel Ladezeit und Views, sowie aufwendige Statistiken, müssen auch getrackt werden. Nach einem Jahr setzt bei den meisten Anwendern dann die Ernüchterung ein und sie merken was sie sich mit dem sogenannten Premium Theme eigentlich aufgehalst haben. Es hat einen Grund warum Amazon, Google, Facebook und all die anderen großen Player stets minimalistisch und simpel geblieben sind. Weil Simpel immer funktioniert, weil simpel jeder versteht, weil simpel bedeutet, dass auch Besucheranstürme nicht gleich Unmengen an Traffic generieren und die Server damit zum Absturz bringen. Simpel bedeutet Macht und Kontrolle, simpel bedeutet Performance, simpel bedeutet jeder kommt auf jedem Gerät damit zurecht. In solchen Situationen gehen die meisten Premium Themes dann nämlich in die Knie. Auf dem Smartphone lässt sich das alles kaum vernünftig laden oder anzeigen, es dauert mehrere Sekunden, frustriert und nervt den Besucher. Und wenn dann mal plötzlich 1.000. 5.000, oder gar 10.000 Besucher euren Blog durch einen viralen Erfolg stürmen und all den unnötigen Mist laden müssen, dann bricht im entscheidenden Moment eurer Laufbahn als Webmaster das Hosting zusammen und all das endet im einen negativen Erlebnis für den Besucher, der die Seite frustriert und verärgert verlässt. Sollte das so sein? Ich denke eher nicht.

Finger weg von Premium Themes

Seit einiger Zeit biete ich nun schon die WordPress Performance-Optimierung an, weil das Thema mir am Herzen liegt und ich Minimalismus liebe. Nach vielen Aufträgen zeichnet sich immer wieder das große Drama ab. Die Leute fallen auf schicke Design herein und vergessen, dass all das auch berechnet, generiert und erzeugt werden muss. Dann fuschen sie im Code herum, integrieren laienhaft eigene Anpassungen und zerstören damit das Gesamtbild nur noch mehr. Für mich sind am Ende alle, wirklich alle Premium Themes der totale Schrott. Wer ernsthaft bloggen möchte, sollte sich erst einmal Gedanken darüber machen was genau er auf seiner Website eigentlich braucht. Er sollte Geld in die Hand nehmen und sich genau das als Theme umsetzten lassen. Nicht mehr, nicht weniger – Nur das was benötigt wird. Ohne Menüs oder Konfigurationen im Backend, einfach, performant und direkt. Solche Themes haben bestand, solche Themes können später gut erweitert werden, solche Themes bleiben stets minimalistisch und auf das nötigste reduziert. Wie heißt es so schön: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Im positiven Sinne versteht sich, denn weniger ist und bleibt am Ende einfach immer mehr. Das zeigen uns auch Beispiele wie Google, wie Facebook, wie Amazon. Alle wachsen, fahren dabei aber eine klar zu verstehende Linie, die auf das reduziert wurde was im Fokus steht. Bevor ihr also 100 Dollar für ein Premium Themes ausgebt, spart noch ein paar Monate und lasst einen kreativen Freelancer eure Ideen umsetzten. Von Premium Themes, von denen könnt ihr getrost die Finger lassen. Ist jedenfalls meine aktuelle Meinung und wer alle erreichen will, kann damit niemals mich erreichen.



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