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Schluss mit dynamischen WordPress Blogs

Schluss mit dynamischen WordPress Blogs

Wir brauchen mehr Statik im Web

Wenn ein Nutzer einen WordPress Blog aufruft, dann arbeiten sich im Hintergrund eine ganze Menge Befehle ab. PHP, MySQL-Datenbanken, CSS-Dateien und Scripte, sie alle werden in Gang gesetzt und greifen ineinander, um die fertige Antwort, also die eigentliche Website zu präsentieren. Für jeden einzelnen Nutzer. Immer und immer wieder. So werden Seiten dynamisch erstellt, mit immer aktuellen Inhalten, Verlinkungen und vielen weiteren Funktionen. Doch das kann und wird nicht die Zukunft sein, denn der Trend geht weg von der Dynamik und zurück zur statischen Website. Wie damals, als das Internet noch für alle Neuland war, nicht nur für die Politik. Schluss also mit dem ganzen überflüssigen Mist, was wir brauchen ist mehr Statik. Sage ich, sagen viele anderen, sagen vor allem Nutzer mit langsamen Internetverbindungen. Oder eben Webmaster, die langsam aber sicher merken, wie sehr der eigene Server unter all der Dynamik und den neuen Features leidet. Doch was ist nun eigentlich wirklich dran und wo geht die Zukunft hin?

Mehr Dynamik und weniger Performance

Das Problem bei WordPress geht dabei noch viel weiter. Nicht nur, dass die Erstellung der fertigen Seite viele Prozesse in Gang setzt, die allesamt die Performance verringern, der Blogger bzw. Webmaster versteht von all den Vorgängen meist auch gar nichts. Mit Plugins werden immer wieder mehr dynamische Inhalte integriert, Live-Ansichten oder auch die Anzeige von Seitenaufrufen, die aktuelle Zahl der Nutzer auf dem Blog, ein direktes Login und vieles mehr. Anfänger finden solche Dinge meist ziemlich “cool”, Kenner verzweifeln über all die Probleme, die derartige Funktionen mit sich bringen, zum Beispiel beim Thema Caching. Denn Dynamik bedeutet im Grunde nicht anderes, als dass die technische Seite vom eigentlichen Inhalt getrennt wird. Der Code liegt also in den Dateien, der Inhalt in den Datenbanken, und bei jedem Aufruf muss all das nun zusammengeschustert werden, um eine finale Website zu erzeugen. Caching macht aus der Dynamik zwar wieder Statik, doch ganz so einfach ist es eben auch wieder nicht und so nimmt Caching zwar ein wenig die Dynamik weg, ist aber dennoch lange nicht so performant wie eine komplett statische HTML-Seite.

Caching bringt statische Seiten

Da wären wir gleich beim anderen Thema, denn das Caching macht aus dem dynamischen WordPress Blog wieder eine statische Seite. Damit also nicht bei jedem Nutzer, immer wieder all die erwähnten Vorgänge und Funktionen in Gang gesetzt werden müssen, speichert ein Caching Plugin das fertige Ergebnis einfach auf der Festplatte des Servers ab. Als einfach HTML-Datei. Die braucht dann keine großen Serverprozesse oder Anfragen an die Datenbank mehr, sie funktioniert nach der ältesten aller Methoden, nämlich eben so wie einst alle Seiten funktioniert haben. Ein wenig statischer HTML-Code, ganze ohne dynamische Inhalte, dafür aber performant und schneller denn je. Trotzdem bleibt Caching bei dynamischen Inhalten ein Problem, weil die Software dahinter eben entsprechend komplex ausfallen muss. Jede Dynamik birgt auch immer wieder Probleme beim Caching, und jede kleine Änderung am Artikel, Kommentar, den Permalinks oder sonst etwas, muss eine Löschung des Caches hervorrufen, damit alles aktuell bleibt und weiterhin korrekt funktioniert. Dynamische Websites zu cachen ist also alles andere als einfach und obwohl am Ende eine statische HTML-Seite gespeichert und angezeigt wird, muss im Hintergrund noch eine Menge abgearbeitet werden, der WordPress Blog bleibt weiterhin aktiv, mitsamt wp-cron.php, Datenbank und all dem anderen Kram.

Dynamik ist ein Sicherheitsrisiko

Weitere Nachteile von dynamischen Websites sind offensichtlich. Immer wieder werden WordPress Blogs angegriffen und bösartiger Schadcode wird eingefügt, oft versteckt und unsichtbar. Dynamische Inhalte, die immer wieder neu erstellt werden, bergen schlichtweg ein enormes Potenzial für Sicherheitslücken. WordPress ist da keine Ausnahme. Mal wird die Datenbank attackiert, mal schleust sich der Schadcode über das Kontaktformular ein und all das ist unübersichtlich und unkontrollierbar geworden, so scheint es manchmal. Auch die Plugins und Themes sind daran schuld, die oft viele Prozesse in Gang setzten, die wiederum potenzielle Schwachstellen beinhalten. Doch bei all den Problemen mit der Sicherheit, ist vor allem die Performance nach wie vor ein gutes Argument gegen die inzwischen so weit verbreitete Dynamik im Internet.

WordPress so statisch wie möglich

Noch einmal zurück zum Thema Performance. Durch das Caching-Problem ist eine dynamische Website nie so schnell wie eine komplett statische. Selbst mit Caching. Wer Landing Pages also mit WordPress realisiert, ist im Grunde dumm. Wer Nischenseiten mit WordPress aufsetzt, obwohl diese selten bis gar nicht aktualisiert werden, versteht anscheinend nicht, wie viel Einfluss das auf die Leistung des Servers haben kann. Mal abgesehen vom erwähnten Sicherheitsrisiko, denn wie oft kontrolliert ihr Nischenseiten? Es gibt bei reinen, statischen HTML-Seiten, einfach keine Überraschungen und das macht die statischen Websites meist so mächtig. Ich selbst würde meine Nischenseiten niemals mit WordPress laufen lassen, egal was für ein großer Fan ich von dem CMS bin. Auch das hat seine zwei Seiten, denn ich versuche WordPress im Einsatz stets so statisch wie nur irgendwie möglich zu halten. Keine aufwändigen Plugins, keine Live-Anzeigen von irgendetwas und so wenig Anfragen an die Datenbank wie nur möglich. Das ist die eigentliche Herausforderung bei WordPress geworden. Es so statisch und performant wie nur irgendwie möglich zu halten.

Blogs müssen nicht dynamisch sein

Auch deshalb boomen die statischen Website-Generatoren immer und immer mehr. Noch sind die keine Gefahr für WordPress, doch es gibt viele Fälle, in denen Blogs vollkommen statisch geworden sind. Warum auch nicht? Was ändert sich in einem Blog schon großartig? Gar nichts! Ich könnte all diese Artikel auch in Markdown bzw. HTML verfassen und FastWP würde noch einmal doppelt so schnell werden, egal wie heftig es inzwischen bereits auf Performance-Optimiert wurde. Wäre dieser Blog statisch, wäre er noch einmal um ein vielfaches schneller. Interessante Möglichkeiten sind es, die Jekyll, Metalsmith, Hexo, Hugo und was weiß ich noch alles für Tools, so mit sich bringen. Wozu noch WordPress nutzen? Warum nicht einfach statische Blogs oder Websites generieren und diese auf einem flotten CDN hosten? Das ist viel schneller und letztendlich auch günstiger als alles was ihr jemals erlebt habt. Blogs, Nischenseiten, Landing Pages, Portfolios und Firmenseiten – Die müssen alle nicht dynamisch sein, die brauchen keine Datenbank und WordPress als Unterbau.

WordPress hat den Support-Vorteil

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt, das war schon immer so. Auch statische Website-Generatoren sind nicht die leuchtenden Retter in der Not. Welchem Redakteur kann ich schon beibringen, dass er ab heute ein wenig Markdown lernen muss? Oder dass er nicht mehr einfach einen Editor verwenden kann? Dass es kein Admin-Interface mehr gibt, kein einfaches Login? Die meisten statischen Systeme sind regelrecht für Nerds und Hacker gemacht, nicht aber für den Neuling, den Branchenfremden, den Schreiber, den Blogger, der alles auf einer Managed Plattform installiert bekommt. Und davon gibt es viele. Wirklich viele! Auch Themes existieren nicht einfach so, es gibt auch keine Online-Shops für fertige Designs und kleine Erweiterungen. Es gibt nicht einmal einen Standard. Kein Tool, was wirklich Marktführer wäre oder tatsächlich weit verbreitet ist, wie es eben bei WordPress der Fall ist. Wer WordPress nutzt, kann immer sicher sein, dass es für jedes Problem auch eine Lösung gibt. Es gibt Support-Agenturen, Sicherheitsexperten, Theme-Entwickler, Plugin-Autoren, Betreuer und Dienstleister ohne Ende. Bei den statischen Website-Generatoren ist es dagegen besser, man kennt sich selbst mit Code aus und kann sich im Notfall eben selbst helfen, denn sonst stößt man schnell auf Probleme.

Fazit zu Statisch vs. Dynamisch

Tatsächlich liebe ich WordPress. Ich liebe die Herausforderung, es effektiv zu nutzen. WordPress zu nutzen ist nämlich kinderleicht, es schnell und effektiv zu nutzen aber bei weitem nicht. Die meisten begehen Fehler ohne Ende, viele Blogs sind löchrige Käsehappen, wenn es um das Thema Sicherheit geht und bei der Performance braucht man gar nicht erst anfangen, denn dafür besteht immer noch kaum ein Bewusstsein, so scheint es mir. Lieber immer mehr Features und Funktionen integrieren, denn das geht mit all den Plugins ziemlich einfach von der Hand, da macht sich kaum ein Nutzer Gedanken über die Leistung, die Sicherheit, oder sauberen Code. Statische Generatoren werden außerdem niemals im Mainstream ankommen, denn sie sind immer, egal wie simpel, einen Hauch zu komplex für die Masse. Das WordPress Admin erklärt sich von selbst, Content in Jekyll und Co zu erstellen ist aber eben nicht ganz so leicht, wenn auch nicht wirklich sonderlich schwer. Persönlich kann ich jedem Webmaster nur empfehlen, alles was geht statisch zu halten. Nischenseiten, kleine Blogs, alles was nicht übermäßig oft aktualisiert wird bzw. erneuert werden muss, oder bei dem Autoren Inhalte liefern, kann, muss, sollte schlichtweg statisch sein. Gerade wenn ich höre, dass viele Nischenseiten auf WordPress laufen, dreht sich mir der Magen um, aber mit Nischenseiten habe ich ja eh so meine Probleme. Schlussendlich wünsche ich mir, gerade auch in Zeiten von Smartphones und Drosselung-Diskussionen, wieder mehr statische Inhalte im Web. Bogs die wieder rasend schnell sind, statt mir nebenbei noch neue Bilder, Videos und allerlei Inhalte aus der Datenbank um die Ohren hauen. Wer braucht das schon? Performance und Sicherheit sind viel wichtiger und dafür muss wieder ein Bewusstsein entstehen.



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