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Meine Prognosen für das Jahr 2016

Meine Prognosen 2016

Meine Prognosen

Es ist Anfang 2016 und wie immer wenn ein neues Jahr beginnt, wird sich auch vieles verändern. Alte Regeln werden ungültig, denn der Fortschritt ist unaufhaltsam und kann, gerade im Web, nicht einfach ignoriert werden. Zeit also ein paar Prognosen loszuwerden. Bitte nicht wundern: Meine Prognosen fallen vielleicht etwas kontrovers aus und sind, wie so oft bei mir, auch absichtlich sehr drastisch geschrieben. Halbe Sachen gibt es eben nicht und drastische Ausdrucksweisen verdeutlichen den Standpunkt. Los gehts!

WordPress wird größer

Wie sich WordPress 2016 entwickeln wird, ist wohl kaum ein Geheimnis. Wie die letzten Jahre auch, wird WordPress immer größer werden. Das simple Content Management System für Blogs gibt es nicht mehr, WordPress wird, nicht zuletzt mit Hilfe der neuen REST API, zum immer fetteren CMS. Das ist auch notwendig, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der Seiten im Netz inzwischen auf Basis von WordPress läuft.

Auf der anderen Seite wird Performance immer wichtiger. WordPress selbst war zwar nie besonders schnell, doch für Entwickler wird dies immer wichtiger. Theme-Anbieter rüsten bereits auf schnelle Minimal Themes auf, Plugins für eine bessere Performance verkaufen sich wie geschnitten Brot und überhaupt steht Leistung auch 2016 im Fokus der Entwickler. Die Zeiten, in denen aufgeblähte Features für Umsatz sorgten, sind so langsam aber sicher wirklich vorbei. Nutzer haben, nicht zuletzt dank Google, verstanden, dass Performance im Web wichtiger denn je ist. Gerade in Zeiten, in denen viele mit gedrosselten Smartphone-Tarifen unterwegs sind.

Doch wo Themes und Plugins versuchen die schlechte Leistung von WordPress auszugleichen, sehe ich echte Nachteile für kleinere Projekte. Für viele Angebote ist mir WordPress inzwischen wirklich viel zu fett geworden und gerade für Nischenseiten kommt es meiner Ansicht nach gar nicht mehr in Frage. Inzwischen gibt es so viele gute statische Systeme, weshalb ich einige meiner Projekte 2016 definitiv umrüsten werde. Dynamische Websites sind einfach nicht mehr zeitgemäß, wie ich finde, was mich gleich zum nächsten Punkt bringt.

Performance heißt Statik

Der größte Trend in Sachen Performance-Optimierung, ist der Wandel zum statischen CMS. Datenbanken und dynamische Inhalte sind aktuell nicht mehr hoch im Kurs und werden auch einfach nicht mehr gebraucht. Statische Websites heißt der Trend 2016, gerade für alles was klein ist und selten aktualisiert wird. Dass so etwas selbst mit WordPress machbar ist, zeigen statische Hoster, die den Blog komplett statisch auf einem CDN spiegeln und so rasend schnell ausliefern können. Andere Lösungen erlauben statische Kopien von Hand. Davon werden wird im kommenden Jahr bestimmt mehr sehen. Gerade für kleine Projekte ist es einfach absurd und unnötig WordPress aufzusetzen, weil dies viel zu viele Ressourcen frisst und die Datenbank oft zum Flaschenhals wird.

Ansonsten wird die Optimierung für Mobile Geräte auch wieder eine größere Rolle spielen. Stichwörter sind diesmal aber nicht Responsive Design oder App zur Website, sondern Google’s AMP. Das lässt sich auch in Verbindung mit WordPress gut nutzen. Aber darüber hatte ich ja schon beim bekanntwerden des Dienstes geschrieben.

Besonders gut gefällt mir, dass Anfang 2016 viele Hoster endlich auf HTTP/2 umstellen werden. Das Problem dabei ist halt nach wie vor HTTPS, was im Standard zwar nicht vorgeschrieben ist, von den Browsern in Verbindung mit HTTP/2 aber verlangt wird. Keine Ahnung warum Nischenseiten und Blogs eine sichere Verbindung brauchen, aber so wird HTTP/2 wohl nur in Verbindung mit Let’s Encrypt eine echte Verbreitung erlangen. Interessant ist vor allem, dass viele Optimierungen mit HTTP/2 einfach wertlos werden und Performance-Fanatiker umdenken müssen. Das wird spannend. Ich jedenfalls freue mich drauf, die Optimierung wieder ganz neu anzugehen.

SEO ist immer noch Backlinkaufbau

Auch wenn mir bestimmt alle deutschen SEO’s gleich am liebsten ins Gesicht schlagen würden, aber Backlinkaufbau bleibt der größte Faktor für mich. Suchmaschinenoptimierung ohne Links ist Bullshit und nur für große Shops und Portale, ohne redaktionelle Inhalte ein Thema. Für Blogs, Nischenseiten und ähnliches, ziehen nach wie vor nur richtig gute Backlinks. Ohne geht gar nichts! Sicherlich müssen die klüger gesetzt werden als früher, aber sie funktionieren einfach und zwar mehr als alles andere. Scheiß auf die ganzen Whitepaper der SEO-Firmen. Für die mag es von Interesse sein, ihren Kunden Content Marketing und Co anzuleiern, aber bei Google ranke ICH persönlich trotzdem vor allem mit starken Backlinks und guten Inhalten. Das wird 2016 auch so bleiben, da bin ich mir fast sicher. Also nicht aufhören starke Links aufzubauen, denn das bringt es einfach nach wie vor.

Dazu muss ich aber auch sagen, dass mir Google 2016 mal den Buckel runterrutschen kann. Es braucht einfach kein Google mehr. Ein paar Shares bei Facebook bringen mir, je nach Thema, deutlich mehr Besucher als so manches Ranking ganz oben bei Google. Natürlich kommt es hier ganz auf das Thema an, aber wozu all die Regeln und Gesetzte der Suchmaschine studieren, wenn ich sie am Ende doch nicht alle einhalten kann/will? Ich habe darauf keine Lust mehr und habe schon 2015 intensiv daran gearbeitet, mich unabhängiger von Google zu machen. Den Kurs halte ich bei. Google nervt mich mit seinen ständigen Änderungen einfach nur noch und ich will mir von einer Suchmaschine auch nicht diktieren lassen, wie mein Blog aufgebaut ist. Persönliche Empfehlungen ziehen da weit mehr. Bei Google geht es bald wohl nur noch darum, Fragen direkt zu beantworten bzw. mit der Antwort ganz oben zu sein. Echte und wertvolle Inhalte werden dort schon lange nicht mehr honoriert. Ähnlich wie bei Youtube also, wo auch schon lange keine kreativen und wertvollen Inhalte mehr oben stehen. Doch das ist ein anderes Thema.

Geld verdienen wird richtig schwer

Klassische Banner sind tot. Aber schon lange. Gezielt platzierte Werbung wäre eine Lösung, aber Agenturen streuen ihr Inventar ja lieber ohne Wirkung auf der ganzen Welt herum. Das trifft Blogs extrem, da hier oft spezielle Zielgruppe angesprochen werden, die mit Massenvermarktung nicht rentabel sind. 2016 werden sich, gerade Blogger, also verstärkt nach alternativen Monetarisierungsmodellen umschauen müssen. Entweder findet sich ein neuer Standard am Markt, um Recherche, Mühe und Arbeit zu honorieren, oder auch 2016 werden wieder viele Websites verschwinden.

Ich glaube, dass 2016 tatsächlich ein Entscheidungsjahr in dieser Hinsicht sein wird. Gewinnen große Website den Kampf gegen AdBlock, indem wirklich alle anfangen Anti-AdBlock-Systeme einzusetzen? Finden sich alternativen? Es gibt viele Modelle, zum Beispiel Patreon, klassische Spenden, Paywalls usw. aber keines setzt sich bislang so richtig durch oder findet gar echte Akzeptanz. Findet sich nichts, sterben unfassbar viele interessante Publikationen aus, da bin ich mir sicher. 2016 wird sich da einiges tun, oder eben auch nicht. Es bleibt spannend.

Abwarten und Tee trinken

Was am Ende eintrifft, bleibt nun abzuwarten. Gerade der letzte Punkt, mit AdBlock und Co, wird 2016 aber bestimmt ein spannendes Thema werden. Wer glaubt, er kann sich im Internet über Sponsored Posts, Produktplatzierungen etc. aufregen, gleichzeitig aber Banner blocken, hat einfach einen an der Meise. So langsam fehlt im Web wirklich das Geld, um wieder leidenschaftliche Projekte betreiben zu können. Was bleibt ist der harte Kern, der Mainstream, der aber auch gewzungen ist nur noch klickstarke Artikel und Inhalte zu generieren.

Doch ich freue mich auf 2016! Ich freue mich auf HTTP/2, welches endlich Einzug erhalten wird, freue mich auf neue Optimierungen in Sachen Performance, auf ein minimalistischeres Web und viele neue Trends, von denen wir heute noch gar nichts wissen. Eure Tipps und Prognosen könnt ihr mir gerne in die Kommentare schreiben und auch meine eigenen bleiben, wie natürlich alles, diskutierbar.



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