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Warum WordPress Themes zu billig sind

Warum WordPress Themes zu billig sind

WordPress Themes damals und heute

WordPress Themes sind zu billig. Diese Aussage kann ich ohne Probleme vertreten, weil es nun einmal einfach so ist. Früher kosteten die großen WordPress Themes am Markt 100 bis 300 Dollar, damals war die Welt noch in Ordnung. Klar, sie lieferten meist auch weit mehr als nur das Design mit, besondere Funktionen, die WordPress damals noch gar nicht kannte, für die es damals auch noch keine Plugins gab. Doch im Kern war der Preis realistisch und fair, denn gute WordPress Themes erfordern viel Zeit und Einsatz. Für mich als Nutzer war das damals allerdings utopisch und viel zu teuer, muss ich zugeben, doch heute sehe ich die Sache eben ganz anders. Klarer, weil ich eben hinter die Fassade blicken konnte. Qualität gibt es nie umsonst und der Preisverfall bei WordPress Themes und Plugins sorgt nun genau dafür, dass die Qualität immer mehr nachlässt. Jahr für Jahr gibt es schlechtere Themes und Plugins, Jahr für Jahr steigen die Sicherheitslücken und schlecht programmierten Zeilen. Jahr für Jahr steigen große Entwickler einfach aus, weil ihnen ihr Einsatz nicht mehr den notwendigen Verdienst einbringst.

Ein WordPress Theme reicht nicht

Gerade bei WordPress Themes ist es inzwischen so, dass mit dem einzelnen Produkt im Grunde gar nichts mehr verdient werden kann. Das eine Premium Theme bringt niemanden weiter, bringt niemanden einen realen Verdienst. Theme Shops, die nicht auf große Marktplätze setzten, müssen dazu noch in Marketing investieren und überleben oft nur noch, weil sie ihre Themes mit sogenannten Lifetime-Lizenzen anbieten. Das bedeutet, ihr zahlt einmal eine hohe Summe, bekommt dann aber permanenten zugriff auf alle vorhandenen und kommenden Themes. Was für den Nutzer erst einmal super und nach Flatrate klingt, hat ein böses Nachspiel, denn Lifetime-Lizenzen sind kein ernstzunehmendes Geschäftsmodell. Es basiert darauf, dass der einzelne Kunde nichts mehr wert ist, nur der neue Kunde Umsätze generiert. Also müssen immer wieder Kunden angesprochen werden, um die Verdienste hoch zu halten, was zu immer mehr Themes führt, die immer mehr können müssen, um genau diesen Kunden zu imponieren. Auch Plugins gehören mittlerweile immer öfter zum Komplettpaket dazu, um so noch einen weiteren Kaufanreiz zu bieten. Absurd, welche Formen das zum Teil angenommen hat.

Ramschpreise bringen keinen Verdienst

Das führt nun dazu, dass WordPress Themes, aber auch Plugins, zu echten Blendern geworden sind. Waren die Themes früher noch wirklich innovativ, sehr sauber programmiert und durchdachte Erweiterungen für WordPress, stammen sie heute nahezu immer vom Fließband. Das einzelne Theme bringt kein Geld, jeder Nutzer muss geblendet werden, um den Kauf zu tätigen. Auf Marktplätzen wie ThemeForest ist das noch viel extremer, denn die Ramschpreise dort lohnen sich nur noch für den Autor, wenn sich ein Theme tausende male verkauft. Bei den Preisen dürft ihr außerdem auch nicht vergessen, das Steuern abgezogen und Gebühren für eventuelle Provisionen aus dem Partnerprogramm, oder eben für Anbieter wie ThemeForest, ebenfalls noch fällig werden. Was am Ende übrig bleibt, ist schwindend gering, eine lächerliche Summe, die sich eben nur dann lohnt, wenn tausende Nutzer auf einmal zugreifen und das immer und immer wieder. Die Masse macht den Gewinn. Ein bisschen wie mit der Tiefkühlpizza. Das reine Produkt bringt gar nichts mehr, es sei denn es steht im Fokus einer Marketing-Strategie. Am Ende finanziert sich ein Theme Shop oft nur noch durch Masse und immer spektakulärerer und umfangreichere Produkte. Was zu Sicherheitslücken und Themes mit 10 bis 20 Scripten auf der Startseite führt, also genau das was kein Blogger ernsthaft möchte, wenn er mal fünf Sekunden überlegt.

Probleme mit aktuellen WordPress Themes

Mit dem Trend zu den billigen WordPress Themes, haben wir auch einen Trend zu den hingeklatschten Code-Fragmenten provoziert. Niemand gibt sich noch die Mühe, ein WordPress Theme entsprechend zu optimieren, es geht nur darum möglichst viele Features zu integrieren, die möglichst verlockend, einzigartig, eben einfach cool klingen. Das ködert die Leute dann, die gar nicht merken was für einen Ballast sie sich hier kaufen, die gar nicht merken wie schwer es mit solch einem Theme in Zukunft noch werden kann. Zum Beispiel beim Thema Sicherheit, ganz sicher beim Thema Performance, aber auch im Zuge eines eventuellen Wechsels oder veränderter inhaltlicher Darstellung. Die Themes von heute sind aufgebläht bis zum geht nicht mehr, sind Machos die imponieren, deren Muskeln ohne Anabolika aber blitzschnell schwinden. Sich Zeit nehmen, um ein Theme an die Grenzen des Machbaren zu bringen und zu perfektionieren, das lohnt sich für die meisten Entwickler einfach nicht mehr, da es, wie schon erwähnt, nur noch auf die Masse, nicht auf das einzelne Produkt ankommt. Traurig aber wahr.

Billigwahn lässt Qualität langsam aussterben

Was wir mit unserem Billigwahn derzeit also massiv fördern, ist im Grunde recht ähnlich zu physischen Produkten. Die Qualität bleibt auf der Strecke, die Sorgfalt und Effizienz wird unsichtbar, weil gar nicht mehr vorhanden. Waren die teuren Angebote von damals noch durchdacht und erweiterten WordPress sinnvoll, geht es heute nur noch um den Mainstream, Hypes und aktuelle Trends. Dutzende Shortcodes, Integrationen allerlei unnötiger Dienste und Counter bzw. Zähler ohne Ende. Dynamische Inhalte wo sie überflüssig sind, datenbankintensive Abfragen wo sie nicht gebraucht werden. WordPress Themes sind heute nichts mehr als Fake-Diamanten, die schön funkeln aber eben doch nur aus Glas sind. Zerbrechlich, ohne einzigartige Eigenschaften und einen guten Entwickler, im Grunde nichts anderes als Massenware aus China. Doch wer kann sich für das wenig Geld pro Theme noch die notwendige Zeit nehmen, seinen Code wirklich zu kontrollieren, zu optimieren, zu perfektionieren? Es wird immer seltener, dass ich qualitativ hochwertige Theme-Anbieter entdecke, auch wenn es sie hier und da durchaus noch zu geben scheint. Das ist Schade. Aber auch nur ein weiteres Opfer des Billigwahns. Für Plugins gilt etwas ähnliches. Wir sollten uns langsam wirklich mal wieder besinnen und darüber nachdenken, ob es manchmal nicht besser ist etwas mehr auszugeben.



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