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Hummingbird: Performance-Optimierung mit Umweg

Hummingbird- Performance-Optimierung mit Umweg

Ein Plugin für Mehr Performance

Hat sich vor ein paar Jahren noch kaum jemand der WordPress-Entwickler ernsthaft für Performance interessiert, sind sie nun alle regelrecht begeistert. Plötzlich wird die Leistung eines Blogs wieder wichtig. Ladezeiten stehen endlich im Fokus und aufgeblähte Themes und Plugins werden endlich wieder als solche wahrgenommen und gemieden. Wie gut, dass das Team von WPMU bei Trends immer ganz vorne mit dabei ist und nun ihre ganz eigene Lösung namens Hummingbird (offizielle Website) für das Problem mit langen Ladezeiten präsentiert. Ein weiteres Plugin, welches sämtliche Aspekte der Performance für euch regeln soll und die Optimierung vor allem Anfängern besonders einfach macht. So viel zum Werbetext. Schauen wir mal was der Kolibri tatsächlich kann.

Der Kolibri als schnelles Vorbild

Hummingbird bedeutet übersetzt Kolibri und mit dem Namen spielen die Entwickler wohl vor allem auf die enorme Geschwindigkeit des kleinen Vögelchens an. Kolibris sind, auf ihre Körpergröße bezogen, nämlich die schnellsten Wirbeltiere der Welt. Sie erreichen bei ihren Flügen zum Teil fast 400 Körperlängen pro Sekunde, was ca. 100 km/h entspricht. Doch wir sind hier nicht bei der Vogelkunde und so stellt sich mir schnell die Frage, was der Kolibri eigentlich für meinen WordPress Blog tun kann. Die Antwort ist im Grunde einfach: Nichts was ihr nicht auch von Hand und ohne Plugin erledigen könntet. Ob Hummingbird dennoch den Blick wert ist? Schauen wir dem Vogel mal unter sein Gefieder.

Hummingbird Screenshot 1

Hummingbird testet euren Blog zunächst auf typische Performance-Schwachstellen und verteilt dafür eine Punktzahl in den einzelnen Bereichen.

Umwege der Performance-Optimierung

Obwohl das Hummingbird Performance Plugin für sich genommen also definitiv nichts ist, was irgendwelche neuen bahnbrechenden Optimierungen mitbringt, ist es durch seine Machart dennoch interessant. Es umfasst viele Optimierungen für WordPress und bündelt diese mit einer schicken Oberfläche und einfachen Einstellungen, was vor allem Anfängern gefallen dürfte. Die brauchen dann nämlich nicht in der functions.php oder .htaccess herumfummeln, sondern erledigen viele Dinge direkt über das Interface von Hummingbird. Das erspart “Laufwege” und Fehler, die einem als unerfahrener Anwender schon einmal passieren können. Auf der anderen Seite ist und bleibt Performance-Optimierung via Plugin ein Umweg. Doch jetzt mal Fakten auf den Tisch, was genau kann Hummingbird für euren WordPress Blog leisten?

Performance-Test mit Highscore-Jagd

Zunächst einmal startet ihr in Hummingbird einen ersten Performance-Test. Der funktioniert ähnlich wie Google Pagespeed Insights und macht Probleme mit Hilfe verschiedener Punktzahlen deutlich. Die 100 Punkte gilt es zu erreichen, doch meist scheitert das an Kleinigkeiten und so bekommt ihr pro Bereich erst einmal eine Punktzahl zugewiesen, mit der ihr fortan arbeiten könnt, oder besser gesagt, die es zu optimieren gilt. Indem ihr auf “Improve Score” klickt, werdet ihr vom Test nämlich direkt zum nächsten Fenster weitergeleitet, in welchem ihr eine detaillierte Auflistung der “Probleme” erhaltet. Fortan klickt ihr euch durch die Menüs und aktiviert, ganz einfach gesagt, im Grunde recht simple Optimierungen. Hexenwerk ist das nichts und geheime Tricks oder ähnliches sind auch nicht zu finden. Eher die Standards, die hier eben möglichst einfach aktiviert werden können. Für total blöde, oder massiv faule Blogger.

Hummingbird Screenshot 2

Leider liefert Hummingbird keine Geheimtipps, sondern hilft eher dabei die Standards umzusetzen. Dafür braucht aber eigentlich niemand ein zusätzliches Plugin.

Nicht mehr als Standard-Optimierungen

So lässt sich mit Hummingbird die gzip-Komprimierung aktivieren, der Browsercache kann einzeln geregelt werden und Scripte bzw. Stylesheets minimiert das Plugin auch gleich noch. Alles keine große Sache, denn all das ist mit kleinen Snippets in der .htaccess etc. ebenfalls machbar. Den Minify-Prozess übernehmen außerdem häufig die Caching Plugins und eine Bildoptimierung liefert Hummingbird auch nicht mit, sondern verweist vielmehr auf das WP Smush Pro Plugin von WPMU, welches dann ebenfalls aktiviert werden sollte. Persönlich muss ich sagen, begeistert mich das alles recht wenig, weil nichts davon neu ist, neue Wege geht, oder irgendwie beeindruckend umgesetzt wurde. Doch kommen wir mal zum Fazit, denn dort kann ich mich so richtig auslassen.

Fazit zum Hummingbird Plugin

Am Ende ist Hummingbird eigentlich nur eine Sammlung von Performance-Tipps, die aufwändig verpackt wurden und so realisiert, dass Nutzer sie schnell und einfach umsetzten können. Das meiste haben viele Blogger schon in der .htaccess selbst geregelt, anderes übernehmen Caching Plugins und so fehlt mir persönlich der Sinn vom Kolibri. Vielleicht trifft es der Name aber auch ganz gut und anders als gedacht, Denn schön anzuschauen ist der Kolibri ja durchaus. Mehr aber leider nicht, denn Hummingbird ist am Ende ein Umweg für die Optimierungen, was keinesfalls von Vorteil ist. Mit viel Tam Tam hat WPMU das neue Plugin gestartet, aber auch die Kommentare in den Foren zeigen, dass die meisten bei all dem Marketing nicht einmal verstanden haben was Hummingbird genau macht. Viele denken es wäre ein Caching Plugin, andere stehen noch tiefer im Dunkeln. Für mich ist Hummingbird daher keine Empfehlung wert, da ihr solche Optimierungen viel effektiver von Hand und selbständig vornehmen könnt und auch solltet. Mehr dazu auf der WordPress-Performance-Seite hier auf FastWP. Wer meine Tipps und Tricks dort befolgt, schafft wesentlich mehr als mit Hummingbird möglich ist, auch wenn es ein wenig Handarbeit erfordert. Die lohnt sich aber, Hummingbird lohnt sich nicht.



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