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Schluss mit Analyse: Warum ich all meine Statistiken gelöscht habe

Schluss mit Analyse

Wozu eigentlich all die Statistiken?

In letzter Zeit habe ich viele Tools ausprobiert und viele Google-Analytics-Alternativen getestet. Von Stetic bis hin zu Smart Website Analytics oder Statify, war alles dabei und so zufrieden ich mit den Alternativen auch war, so fragte ich mich immer wieder was mir diese Analysen eigentlich eingebracht haben. Seit Jahren analysiere ich, erfasse Klickzahlen, mit Heatmaps die Klickbereiche und weiß so genau wo, was, wie und wann von meinen Lesern geklickt wird. Ich kenne ihren Browser, ihre Auflösung, ob sie viel mit dem Smartphone vorbeischauen oder weniger. Das ist alles sehr interessant und eine Zeit lang dachte ich sogar, damit kann ich so ziemlich alles auf dem Blog verbessern. Ein Trugschluss, wenn ich jetzt mal zurückblicke.

Versuchung der billigen Inhalte

Das erste Problem was sich stellt, wenn man seine Analysen als Blogger zu ernst nimmt, ist dass man anfängt nach Zahlen zu arbeiten. Der Blog, der voller Kreativität, Leidenschaft und Enthusiasmus einst nur so strotzte, verkommt plötzlich zu einem Sumpfloch der billigen Inhalte. Die werden nämlich leider viel geklickt und wer so etwas in den Statistiken wahrnimmt, verliert schnell die Qualität aus den Augen. Immer wieder mal ging es mir selbst so, was ich zum Glück schnell erkannte und mich dann wieder davon losreißen konnte. Manchmal waren es auch nur kleine Tests, um herauszufinden ob Dies und Jenes wirklich funktioniert. Doch die Versuchung bleibt, wenn die billigsten und minderwertigsten Inhalte fast immer am besten geklickt werden.

Statistiken muss man lesen lernen

Ein weiteres Problem ist, dass man Statistiken erst lesen lernen muss. Nicht alles was das Statistik-Tool erfasst, ist so auch korrekt, denn auch Bot-Zugriffe etc. werden gezählt und verschleiern das Ergebnis, ebenso wie Referrer-Spam. Bis man also kapiert hat, was wertvolle Informationen und was nur Bullshit ist, vergeht eine Weile. Das gilt auch für Heatmaps, die keinesfalls zu ernst genommen werden dürfen. Mal davon abgesehen, dass auf solche Zahlen auch noch andere Dinge Einfluss haben können. Wenn ein Artikel zum Beispiel zufällig von einem Promi der Szene geteilt wird, hebt das die Zahlen zwar massiv an, aber eben nicht unbedingt aus echtem Interesse der Nutzer. Statistiken lügen also in einem gewissen Maß und wer sich zu sehr auf Zahlen verkrampft, läuft definitiv in eine Sackgasse.

Analysen ohne echten Mehrwert

Mein Problem mit Statistiken ist aber vor allem, dass sie mir eigentlich noch nie etwas gebracht haben. Wenn ich mal ganz ehrlich bin, darüber nachdenke und schaue, wo eine Statistik mir wirklich geholfen hat, dann sind solche Momente eher selten gewesen. Klar ist es geil für das Ego, wenn jeden Tag 1.000 Besucher mehr auf den Blog kommen und ich sehe wie meine Fanbase beständig steigt, doch das bringt mir im Endeffekt auch nichts, außer dass es meinen Narzissmus füttert. Direktvermarktung gibt es bei Blogs quasi auch nicht mehr und wenn, dann beruht die eher auf den reinen SEO-Zahlen und zielt auf einen Backlink ab, orientiert sich aber eher selten an den Besucherzahlen. Ergo ist es total sinnlos, allerlei Statistiken zu erfassen. Fragt euch mal ganz ehrlich und aufrichtig: Was haben Statistiken euch in den letzten Jahren wirklich gebracht? Haben sie irgendetwas verbessert, euch eine neue Sicht der Dinge eingebracht, oder brachten sie überhaupt irgendeine Art von Mehrwert? Die Antwort ist oft ernüchternd, oder die Vorteile sind verschwindend gering.

Statistik-Tools und die Performance

Was Statistiken wirklich bringen, sind vor allem lange Ladezeiten, denn es gibt kaum ein Script welches sich nicht in Sachen Performance bemerkbar macht. Viele verstoßen dazu noch gegen den deutschen Datenschutz, andere sind gähnend langsam und blockieren die anderen Elemente und so hat keines einen positiven Einfluss auf die Leistung eures Blogs, da bin ich mir sicher. Mal ganz davon abgesehen, dass mobile Nutzer die bekloppten Scripte ebenfalls laden müssen und dafür ihr Datenvolumen verschwenden. In Sachen Leistung sind Google Analytics und Co einfach schlecht und gehören verbannt, zumindest bei konsequenter Optimierung bis an das Limit. Sie sind aus Performancesicht immer Ballast, egal ob asynchron, verzögert geladen oder sonst etwas.

Ein Blog mit klaren Prinzipien

Mir haben all die Zahlen ansonsten aber auch einfach nichts gebracht. Deshalb verzichte ich jetzt auf sie. Ganz bewusst kam die Entscheidung, nach dem Test von Smart Website Analytics. Das Tool ist wirklich gelungen, aber wofür brauche ich das alles denn wirklich? Ich möchte wieder Inhalte schreiben, weil ich sie schreiben will, nicht weil ich glaube sie kommen bei den Lesern gut an. Ich will nicht wissen, ob ein Artikel 1.000 oder 2.000 mal aufgerufen wird, weil es mir eh nichts bringt, es sei denn ich laufe den Klickzahlen hinterher, was mir dann wiederum auf lange Sicht nichts bringt. Ich möchte wieder aus Leidenschaft bloggen, über Themen die mich beschäftigen und interessieren, ganz egal wie viele Aufrufe sie generieren. Möchte mich entfalten, meine Meinung sagen, interessante Produkte testen und zwar ganz egal wie groß das Interesse beim einzelnen Nutzer ist. Ich möchte wieder der Blog sein, der eigene Prinzipien vertritt und sich in keinster Weise anpasst.

Mein Verzicht auf Statistiken

So oder so: Statistiken und Analysen der Besucherzahlen und des Besucherverhaltens, haben mir noch nie wirklich wertvolle Erkenntnisse gebracht, die ich mir nicht auch so hätte erklären oder zusammenreimen können. Das Meiste offenbart rein gar nichts, es behält nur im Auge. Aber ganz ehrlich: Wenn ich immer nur Content nach Zahlen produziere, wo liegt dann eigentlich der Sinn beim Bloggen? Das hier ist kein heftig.co und das soll auch kein bild.de sein. Ich schreibe keinen Gossip über Promis und teile auch keine traurigen Geschichten für Minderbemittelte Jugendliche auf Facebook. Ich schreibe für Blogger, über Themen die sie selbst vielleicht zu wenig oder gar nicht beachten, über die sie nicht nachdenken, die aber wichtig sind. Über Tools und Plugins, die sie noch nicht kennen, aber vielleicht kennen sollten. Da brauche ich keine Zahlen, da brauche ich keinen Schwanzvergleich mit anderen Blogs in Form von Statistiken. Was ich hier versuche ist Qualität zu liefern und zu selektieren, statt alles stumpf zu veröffentlichen. Das mag man, oder man mag es nicht, aber gemessen wird so etwas definitiv nicht in simplen Analysen. Eigentlich wissen wir nämlich alle, dass Seiten mit unfassbar vielen Aufrufen, garantiert nicht die wertvollsten Seiten im Internet sind. Deshalb mache ich Schluss mit Analytics und habe all meine Statistiken gelöscht. Vielleicht ändert sich meine Meinung mal, doch zum aktuellen Zeitpunkt sehe ich absolut keinen Sinn darin, irgendwelche Klickzahlen zu erforschen. Da gönne ich meinen Lesern dann lieber eine noch bessere Ladezeiten und weniger Traffic auf dem Smartphone, indem ich auf solche Scripte verzichte.

Eure Meinung

Was mich nun brennend interessiert ist, wie ihr zu dem Thema steht. Seht ihr einen großen Mehrwert in euren Statistiken, oder gebt ihr mir Recht? Wie ist es mit dem Thema Datenschutz, oder der Ladezeit im Bezug auf solche Scripte? Eure Meinung dazu bitte in die Kommentare.



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