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Warum WordPress mich aktuell so gar nicht mehr begeistern kann


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Vom Schreiben und Hassen

Zunächst einmal ein fettes SORRY, dass es hier in letzter Zeit so wenig Inhalte gab. Natürlich habe ich den ein oder anderen älteren Artikel erweitert bzw. auch überarbeitet, doch komplett neuer Content ist eigentlich nicht hinzugekommen. Stattdessen habe ich im Hintergrund hier und da ein wenig herumgebastelt. Das hat zwei einfache Gründe. Der erste ist, dass ich das Schreiben liebe und davon aktuell gar nicht genug bekomme. So habe ich gerade erst meinen ersten Roman veröffentlicht und bin auch wieder nebenbei als Autor für Artikel und Nischenseiten zu haben, schreibe unter anderem auch für Selbständig im Netz, sowie Blogprojekt und ein paar andere Blogs. Das alles braucht viel Zeit und so fehlt selbige, wenn ein aus Leidenschaft geführter Blog wie dieser hier gefüllt werden will. Der zweite Grund ist da schon ernster, denn WordPress macht mir derzeit einfach keine Freude mehr. Das liegt an vielen kleinen Einzelheiten, die ich hier mal genauer aufschlüsseln möchte. Bitte die einzelnen Punkte nicht überbewerten oder gar zu ernst nehmen, aber ihr kennt mich ja, ich drücke mich halt gerne recht deutlich aus.

Deutsche Community auf abwegen

Jep, ich mag die Deutsche Community von WordPress nicht. Mochte ich noch nie. Deutsche Entwickler haben mich schon immer mit ihrer Arroganz und ihrer festgefahrenen Sichtweise genervt, die deutschen WordPress Blogger schon immer damit, dass sie nur in ihrem eigenen kleinen Kosmos freundlich sind und abseits dessen überhebliche Spinner. Zumindest alle die ich bislang kennenlernen durfte. Die Deutsche WordPress-Szene ist nervig, anstrengend und komplett undankbar, auf jede nur erdenkliche Art und Weise. Daraus resultieren dann so weltbewegende, wichtige Plugins wie Stringintelligenz. Meine Welt ist das nicht und so treibe ich mich da eher in den englischsprachigen Foren bzw. auf Reddit herum, wo die Welt noch grün ist und Freude bereitet, wenn man das so sagen möchte. Wobei ich dort aber leider auch wieder auf die typischen »Urgesteine« der Deutschen Community treffe, die noch nie eine Daseinsberechtigung hatten, sondern immer nur als Erster da waren, was sie anscheinend für alles mögliche qualifiziert. Viele lecken sich einfach untereinander gegenseitig die Ärsche, verlinken sich am liebsten selbst (Linkgeiz 2016!), benutzen aber deine Infos, Inhalte oder Gedanken. Doch egal – ich reg mich jetzt nicht auf. Die Szene nervt mich einfach, ich fühle mich nicht wohl und das ist sicherlich einer der wichtigsten Gründe dafür, warum ich immer wieder meine Ruhepausen bezüglich WordPress benötige und mich so gut wie gar nicht mit den Menschen in diesem Bereich beschäftige. Und natürlich die Tatsache, dass ich ein fieser, kleiner, ekliger Misanthrop und Nihilist bin. Aber hey, wer ist das in so einer Welt nicht.

Die immer gleichen WordPress-Nutzer

Ein weiterer Grund ist der, dass ich mich als Kämpfer in einem verlorenen Krieg sehe. Seit Ewigkeiten spreche ich davon, dass Performance wichtiger ist als irgendwelche sinnlosen Features. Ich prangere Themes an, weil sie überladene Alleskönner sein wollen, statt sich endlich mal zu fokussieren. Plugins offenbaren immer mehr Sicherheitslücken, doch die Leute nutzen sie trotzdem und immer wieder. Je populärer ein Plugin oder Theme wird, desto schlechter ist es. Fast schon eine allgemein gültige Regel. Schaut euch die Top 10 der Downloads an und ihr wisst was ihr definitiv nicht wollt. Nur wird all das nicht gehört, nicht wahrgenommen, vermutlich möchten es die meisten auch gar nicht wissen. Es ist ein bisschen so wie der Nachbar der seine Frau schlägt und alle sehen weg, weil sie ja was tun müssten, wenn sie davon wüssten. Immer wieder bekomme ich deshalb die hirnrissigsten Anfragen und obwohl ich bei meinen eigenen Themes deutlich erwähne (!), dass es keine Optionen und keinen Page Builder oder ähnliches gibt, das alles direkt im Code und im Editor angepasst werden muss, verstehen das über 50 Prozent der Käufer absolut gar nicht. Während ich in meinem winzigen Kosmos die Munition auffülle und weiter in den Kampf gegen die überladene Themes, die Plugins voll Ballast und all den anderen Übeltätern aufbreche, haben sich um mich herum schon wieder neue Mächte formiert. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen und ich fühle mich inzwischen wie der kleine Biobauer, der einfach nicht einsehen will, dass die Welt tatsächlich so schlecht geworden ist, dass sie die Massentierhaltung respektlos in Kauf nimmt, nur damit ihr Fleisch weiterhin für 1,99 Euro im Discounter zu haben ist. Fleisch für das ein Lebewesen sterben musste. Fleisch, was jetzt sauber abgepackt im Regal liegt, günstiger als eine Tiefkühlpizza. Aber das ist auch wieder eine andere Schlacht die ich führe und dabei verliere ich viel zu viel Energie. Ich kann nicht mehr.

WordPress ist ein ekliges Monster

Neben all diesen, am Ende doch eher persönlichen Gründen, die vielleicht auch einfach meiner Person geschuldet sind, bin ich müde geworden. Über die Jahre hinweg hat sich WordPress mehr schlecht als recht entwickelt, wie ich finde. Optionen gibt es nicht, Entscheidungen treffen die Entwickler. Mühsam seziere ich WordPress also, schneide Ballast für Ballast heraus, vollziehe eine Fettabsaugung nach der anderen, nur um beim kommenden Updates wieder 50 Kilo zu viel herausschneiden zu müssen. WordPress ist ein ekliges Monster geworden, ein ewig lebendes Wesen, welches wächst und wächst, schlimmer und schlimmer wird. Ach wünschte ich es wäre anders, doch auch WordPress ist nicht mehr das was es einst war. Wie meine Frau, die vor zwanzig Jahren tatsächlich als die hübscheste in unserem Ort galt und heute doch so hässlich ist wie die Nacht. Entschuldigt die lügende Metapher, die sich so passend in meinem Schädel ausbreitet wie ein Tumor.

Statische Systeme werden interessanter

Davon abgesehen besteht für WordPress in vielen Bereichen gar keine Notwendigkeit mehr. Wozu die Krake nutzen, wenn der schnelle Fisch mit Namen Statik so schnell schwimmen kann? Statische Systeme sind auf dem Vormarsch und Kirby und Co zeigen sehr eindrucksvoll, wie schnell und praktisch sie inzwischen sein können. Flat-File-Systeme, die nicht einmal eine Datenbank benötigen und durch ihre simple Bauweise mit aktiviertem Browser Cache eine echte Rakete darstellen. Da braucht es keine komplexen Caching Plugins, keine Performanceoptimierungen, keine speicherfressenden SEO Plugins. Wer braucht da also noch WordPress? Für kleine Blogs, Nischenseiten, einfache Websites oder Portfolios, ist das CMS längst überflüssig geworden, nein sogar ineffizient. WordPress ist der Dinosaurier, nicht ich. Der Dinosaurier, der immer mehr will, aber dabei nur schwerer und schwerer wird, größer und größer. Nicht vom Aussterben bedroht, aber längst nicht mehr das kuschelige Haustier für die Familie. Kein Tier mit dem du dich anlegen willst, kein Tier was du süß findest. Du willst es nicht einmal mehr streicheln, nur von weit, weit entfernt beobachten.

Der Typ der eine Pause brauchte

Um die Geschichte nicht ewig zu strecken und nicht endlos zu schwafeln, mache ich es zum Schluss noch einmal kurz und bündig. WordPress langweilt mich zur Zeit, stößt mich manchmal ab, genau wie seine Community. Es macht keine Freude, es entwickelt sich nicht so wie es sollte, es stagniert. Genau deshalb gibt es hier auch zurzeit so wenig Beiträge, denn FastWP ist und bleibt Leidenschaft und Leidenschaft füttert sich eben nur durch ehrliche Begeisterung. Die fehlt mir zeitweise und wenn ich sie dann doch spüre nutze ich sie, um Artikel über WordPress für andere Blogs zu verfassen. Tja und so ist das. Das war eigentlich auch schon alles. Das war die Geschichte von dem Typ, der einfach mal eine Pause brauchte und sie sich nahm. Bis bald also, denn Pausen müssen ja irgendwann auch mal enden.


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