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So geht Patreon! Wie deutsche Podcaster mal eben 12.000 Euro pro Monat einnehmen.


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The Pod Patreon Podcast

Der deutsche Podcast »The Pod« räumt auf Patreon ab.| CC0 License/pixabay.com

Wenn Fans die Finanzierung übernehmen

Wer wie ich ein Fan ist, von allem was anders scheint, kreativ und frei, der wird Patreon sicherlich schon lange kennen. Die US-Plattform ist eine Art Crowdfunding, nur ohne festes Ziel. Gezahlt wird von den Backern (Spendern) monatlich, manchmal auch für bestimmte Veröffentlichungen. Beispielsweise ein gewisser Betrag, pro veröffentlichtem Video, Bild, oder Comic. Konsumenten finanzieren so also Angebote, die sich im Gegenzug häufig werbefrei halten. Manche könnten auch gar nicht anders existieren, für sie kommt nur die Finanzierung durch Fans in Frage. Für Kreative war und ist Patreon also gedacht, beispielsweise Comic-Zeichner mit eigener Web-Serie und ähnlichem. Das Problem: In Deutschland startet Patreon nicht so recht durch. Doch gerade Pocaster feierten in letzter Zeit große Erfolge, so auch The Pod, ein Gaming Podcast von André Peschke (ehemals Krawall.de und Gamestar.de) und Jochen Gebauer (Freier Autor, ehemals Gamestar.de).

Der 12.000 Euro und 3 Mitarbeiter Podcast

Über 12.000 Euro nehmen die beiden zurzeit über Patreon ein und sicherten sich, als Stretch Goal ihrer Patreon-Kampagne, einen weiteren Mitarbeiter. Das ist in diesem Fall Sebastian Stange geworden, der dafür sogar bei der Gamestar kündigte, wo er als Senior Editor fest angestellt war. Interessant und mutig dieser Schritt. Immerhin reden wir hier von einem Podcast, der sich über Patreon finanziert. Vollzeit mit drei Leuten einzusteigen, das ist gewagt, möchte ich meinen. Eine ziemlich verrückte Geschichte also, die gleichzeitig aber auch zeigt, wie viel Potenzial in der alternativen Finanzierung über Fans, Follower und Unterstützter steckt. Braucht es in Zukunft also wirklich noch die klassische Werbung, die immer mehr stört, die immer weniger Akzeptanz findet, die immer weniger geklickt und beachtet wird? Vielleicht nicht, vielleicht schon. Denn im Grunde ist The Pod nach wie vor einer der großen, glücklichen Einzelfälle.

Warum funktioniert das bei Patreon so gut?

Doch warum funktioniert das in diesem Fall so gut, fragt ihr euch jetzt sicherlich. André Peschke und Jochen Gebauer sind nun einmal Veteranen in ihrem Bereich, sehr beliebt und auf ihre Art sehr einzigartig im Spielejournalismus. Alleine die Art und Weise wie Peschke schreibt, lies auch mich früher seine Artikel verfolgen. Das war und ist immer mehr als 0815 Journalismus gewesen, da steckte immer auch Meinung, Fachwissen und viel Spaß für die Sache an sich dahinter. Deshalb funktioniert ihre Kampagne auch so gut auf Patreon, weil wir hier, wie bei Youtube, von der Finanzierung echter Charaktere sprechen. Willst du auf solchen Seiten erfolgreich sein, geht es nicht um deine Idee, es geht um deinen Charakter, um deine Persönlichkeit und ein freundliches Auftreten. Du brauchst Profil, um erfolgreich zu sein, eine Fanbase und am Ende muss die Idee dann natürlich auch dauerhaft überzeugen, aber sie ist im Kern eben nicht mehr das Wichtigste, denke ich. Aber weil wir in diesem Fall zwei starke Charaktere und eine geniale Idee (nämlich das Spielemagazin zum hören) haben, sind es eben auch über 12.000 Euro, die hier im Monat zusammenkommen.

The Pod Gaming Podcast Website

Hübsche Website, mit minimaler Technik. The Pod macht alles richtig, um auch in Zukunft skalierbar zu bleiben. | Screenshot/gamespodcast.de

An den Grenzen von Patreon angekommen

Bei The Pod sind also alle Voraussetzungen für den Erfolg auf Patreon vorhanden. Angefangen hatte der Podcast unter dem Namen »Auf ein Bier«, die Domain wurde zu gamespodcast.de und jetzt sind sie professionell bei The Pod angekommen. Als »Podcast Imperium Andre Peschke und Jochen Gebauer GbR« und mit kreativen Titeln wie »General Manager of Awesome«. Auch das macht die Herren wieder so sympathisch, denn wer würde sich in der eigenen Firma nicht gerne so einen abgedrehten Titel verpassen. Zwei Charaktere also, die sich einen dritten, sehr eigenwilligen Charakter ins Boot geholt haben und damit gerade an der Grenze des Möglichen bei Patreon in Deutschland kratzen. Hochinteressant, wie das Ganze wohl weitergehen wird. Und nein, ich denke nicht, dass das für Blogger ernsthaft in Frage kommt, oder gut funktioniert, denn wir gehören eher zu den Autoren, die zwar jeder lesen und verfolgen, aber für die niemand wirklich zahlen will. Für Web Worker ist aber auch etwas ganz anderes interessant.

WordPress und Patreon API als Fundament

So baut The Pod komplett auf die API und Benutzerdatenbank von Patreon auf. Ein Premium-Bereich, ohne eigene Abonnements, ohne eigene Abwicklung. The Pod wird damit, abseits der Entwicklung, zu einem flexiblen und kostengünstigen Projekt. Auf der anderen Seite machen die beiden ihren Podcast voll und ganz von der Plattform Patreon abhängig. Fünf Dollar kostet The Pod im Monat, wer mehr geben möchte, gibt mehr. Auf der offiziellen Website von The Pod loggt ihr euch dann mit den Patron Accountdaten ein, sodass WordPress einen unsichtbaren Benutzer erstellt, der wiederum mit Patreon kommuniziert. Wie ein Facebook-Login, meldet ihr euch also ohne extra Benutzerdaten, sondern mit denen von Patreon an. Im Grunde ganz einfach gelöst und clever, da keine eigene Benutzerverwaltung mehr notwendig ist und so auch keine sensiblen Zahldaten etc. im eigenen Risikobereich liegen. Alles mit WordPress realisiert und als Theme auf der Website von The Pod, kommt das schlichte, aber umfangreiche Newspaper zum Einsatz. Minimal und sehr clever gelöst, wie ich finde.

Interessantes Projekt und klare Empfehlung

Tja und so zeigen die beiden mal eben, wie Patreon richtig geht. Wo viele andere Kreative gescheitert sind, schafft es ausgerechnet ein Podcast, durch seine Hörer finanziert zu werden. Ausgerechnet ein Podcast aus Deutschland, ein Gaming Podcast, um genau zu sein. Zu Recht, wie ich finde, und doch ist das Ganze einfach nur hochinteressant. Kann es wirklich dauerhaft funktionieren, drei Gehälter über Patreon zu zahlen? Wo führt die Reise hin? Was wenn Patreon mal Probleme macht? Mach dich nicht Abhängig von einer einzigen Quelle, sagt man immer, doch genau das ist hier der Fall. Abseits der spannenden Entwicklung, die ich nur zu gerne weiterverfolgen werde, ist aber auch der Podcast eine klare Empfehlung meinerseits, denn ich selbst bin von Anfang an ein treuer Hörer. Zumindest wenn ihr Videospiele mögt, die beiden kennt und genug Zeit habt, denn einige Episoden sind selbst mir ein bisschen zu lang. So viel zeit habe ich nebenbei leider nicht mehr. Die fünf Dollar ist der Podcast aber allemal wert, auch wenn ihr nur die Hälfte von dem hört, was The Pod im Monat anbietet. Die Grundidee »Auf ein Bier« gibt es übrigens nach wie vor kostenlos und dahin leite ich euch jetzt auch einfach weiter. Hört mal rein.


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Kommentare

  1. Alex Kasakow sagt:

    Danke für die Empfehlung. Bin selbst Zocker. Ich kannte diesen Kanal nicht. Ich hoffe sie können dies ausbauen. Ist nur wünschenswert.

    Grüße.

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