đŸ€“ Aufgrund umfangreicher eigener Erfahrungen die wie als Agentur in den letzten Jahren gemacht haben, möchten wir hier eine spezielle „Serie Freelancer“ auf fastWP starten. Thematisch wird es sich hier um 3 Artikel handeln: „Guide fĂŒr Freelancer“, „Agentur oder Freelancer beauftragen“, „So werden Freelancer rechtssicher eingesetzt“.

Freelancer zu werden ist nicht schwer, die HĂŒrden sind relativ niedrig angelegt. Doch ein dauerhaft erfolgreicher Freelancer zu bleiben ist eine ganz andere Geschichte. Auch von einer möglicherweise mangelnden Auftragslage mal abgesehen gibt es Fallstricke, die nicht zu unterschĂ€tzen sind. In diesem Guide zeigen wir auf, welche Problem entstehen könnten, wenn sich nicht rechtzeitig gekĂŒmmert wird – und wir fĂŒhren auf, was erfolgreiche Freelancer ausmacht.

Was genau ist eigentlich ein Freelancer?

Freelancer sind im Grunde genommen freie Mitarbeiter. Sie sind nicht fest bei Unternehmen angestellt, sondern arbeiten flexibel und auf Rechnung. VertrĂ€ge mit Unternehmen bestehen dabei aber durchaus, doch der Arbeitgeber kann einen Freelancer zum Beispiel nicht zwingen, nur fĂŒr das eigene Unternehmen tĂ€tig zu sein. Hier kommen wir in den Bereich der ScheinselbstĂ€ndigkeit (dazu spĂ€ter mehr). Freelancer können in verschiedensten Berufen tĂ€tig sein, zum Beispiel als Programmierer, Grafiker, KĂŒnstler, Übersetzer.

Freelancer mĂŒssen sich – anders als Angestellte – deutlich mehr um bestimmte Bereiche des Berufslebens kĂŒmmern. Dazu gehören steuerliche Dinge ebenso wie Versicherungen, aber auch der Arbeitsplatz selbst. Manche Freelancer besitzen ein eigenes Home Office, andere arbeiten in Coworking-Spaces, andere sitzen zumindest zeitweise direkt in dem Unternehmen, fĂŒr das sie zu diesem Zeitpunkt arbeiten.

Sind Freelancer auch Freiberufler?

In der Praxis werden die Begriffe Freelancer – oder freier Mitarbeiter – und Freiberufler oft fĂ€lschlich als Synonym angesehen. Richtig ist durchaus, dass manche Freiberufler auch Freelancer sein können, doch nicht jeder Freelancer ist automatisch auch freiberuflich tĂ€tigt.

Die Bezeichnung Freiberufler ist nur bei sogenannten Katalogberufen zulĂ€ssig, dazu gehören zum Beispiel Notare, Ärzte, AnwĂ€lte und Journalisten. Ein Arzt, der in einem Krankenhaus tĂ€tig ist, kann also Freiberufler sein, er ist aber kein Freelancer.

Wie wird man Freelancer?

Viele Freelancer entscheiden sich dazu, ein Gewerbe anzumelden. Das geschieht beim örtlichen Gewerbeamt oder bei der Industrie- und Handelskammer. Bei der Anmeldung fallen Kosten an, die von Gemeinde zu gemeinde unterschiedlich sind. In der Regel ist hier von einem zweistelligen Betrag auszugehen. Bei der Gewerbeanmeldung muss auch eine GeschÀftsform gewÀhlt und das Gewerbe in das Handelsregister eingetragen werden.

Manche Freelancer entscheiden sich zu Beginn ihrer TĂ€tigkeit als Kleinunternehmer aufzutreten. In diesem Fall vereinnahmen sie keine Umsatzsteuer und andere steuerliche Angelegenheiten sind ebenfalls etwas weniger komplex. Um Kleinunternehmer zu werden, muss der erwartete Jahresumsatz im GrĂŒndungsjahr unter 17.500 Euro bleiben und im Folgejahr nicht mehr als 50.000 Euro betragen.

Werden im zweiten Jahr mehr als 17.500 Euro umgesetzt, ist man ab dem dritten Jahr kein Kleinunternehmer mehr. In diesem Fall muss dann also Umsatzsteuer vereinnahmt werden – und die SteuererklĂ€rung ist nicht mehr ganz so einfach wie zuvor.

Wie verdienen Freelancer ihr Geld?

Freelancer verdienen ihr Geld damit, in dem sie ihre Arbeit anbieten. AuftrĂ€ge werden an Land gezogen, erledigt, und anschließend in Rechnung gestellt. Der Auftraggeber begleicht die Rechnung, der Freelancer bekommt Geld. Was sich hier kurz zusammengefasst recht einfach anhört, ist in der Praxis natĂŒrlich weitaus komplizierter.

Freelancer mĂŒssen oft auch Arbeit erledigen, fĂŒr die sie nicht bezahlt werden, zum Beispiel bei der reinen Kommunikation mit Kunden – sofern nicht vorab etwas anderes vereinbart wurde. Auch die Kommunikation mit Behörden und Versicherungen kann Zeit kosten, von der BuchfĂŒhrung und Rechnungserstellung ganz zu schweigen.

Wie viel ein Freelancer verdient, hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab. Maßgebend ist hier, wie viel an Entlohnung zwischen Freelancer und Auftraggeber vereinbart wurde. Es gibt freie Mitarbeiter, die sich so gerade ĂŒber Wasser halten können ebenso wie Freelancer, die sorgenfrei von ihrem Umsatz leben können.

Dann gibt es auch Freelancer, die es nicht schaffen und ihre TĂ€tigkeit an den Nagel hĂ€ngen – vielleicht, weil zu wenig Umsatz generiert wurde oder die angebotenen Dienste sich ĂŒberholt haben. Auch eine zu starke Konkurrenz kann der Grund fĂŒr die Aufgabe der TĂ€tigkeit sein.

ScheinselbstÀndigkeit und wie sie vermieden wird

Angehende Freelancer sollten ĂŒber den Begriff der ScheinselbstĂ€ndigkeit bestens Bescheid wissen – sonst macht es das Finanzamt oder Deutsche Rentenversicherungsbund fĂŒr ihn. ScheinselbstĂ€ndigkeit bedeutet, dass der Freelancer nur zum Schein selbstĂ€ndig ist, aber eigentlich wie ein Angestellter in einem Unternehmen integriert ist. Wenn der Staat dieser Meinung ist, dann war es das mit der „SelbstĂ€ndigkeit“.

Der Arbeitgeber muss zudem rĂŒckwirkend fĂŒr die gesamte Zeit der Zusammenarbeit SozialversicherungsbeitrĂ€ge nachzahlen. Entsprechend sollten auch Unternehmen auf der Hut vor der ScheinselbstĂ€ndigkeit sein.

Wird auf ScheinselbstĂ€ndigkeit geprĂŒft, dann geht es um folgende Aspekte:

  • Der Freelancer ist nur fĂŒr ein einziges Unternehmen aktiv
  • Der Freelancer beschĂ€ftigt selbst keine Mitarbeiter
  • Der Freelancer generiert fĂŒnf Sechstel – oder mehr – seines Umsatzes durch einen einzigen Auftraggeber
  • Der Freelancer arbeitet die meiste Zeit in den RĂ€umen eines Unternehmens

 â˜ïž Wenn keine Mitarbeiter beschĂ€ftigt werden, ist das natĂŒrlich noch kein Beweis fĂŒr eine ScheinselbstĂ€ndigkeit. Die allermeisten Freelancer in Deutschland beschĂ€ftigen keine weiteren Mitarbeiter.

Brutto ist nicht netto: Pflicht zur Sozialversicherung

Wie andere arbeitende Menschen mĂŒssen natĂŒrlich auch Freelancer in Deutschland in die Sozialversicherungen einzahlen – und nicht nur das. Da sie quasi keinen einzelnen Arbeitgeber haben, mĂŒssen auch die Arbeitgeberanteile vom Freelancer gezahlt werden. Das bedeutet in der Praxis eine um 50 Prozent höhere Belastung als bei Angestellten. Dieser Aspekt sollte nicht unterschĂ€tzt werden. Gerade bei Verhandlungen zur Entlohnung sollten die BeitrĂ€ge zur Sozialversicherung im Hinterkopf behalten werden.

Manche Freelancer mĂŒssen bei den Sozialversicherungen „nur“ einen Arbeitnehmeranteil zahlen. Das ist dann der Fall, wenn sie Mitglied der KĂŒnstlersozialkasse sind. Die Kasse ĂŒbernimmt den Arbeitgeberanteil. Das Wort „KĂŒnstler“ wird dabei heute lĂ€ngst nicht mehr so streng ausgelegt wie noch zur GrĂŒndungszeit der KĂŒnstlersozialkasse. Heute können zum Beispiel auch Blogger Mitglied werden, falls sie hauptberuflich schreiben.

>>> Alles wichtige zur KĂŒnstlersozialkasse <<<

Steuern fallen natĂŒrlich ebenfalls an. Einkommensteuer, Umsatzsteuer, teilweise Gewerbesteuer 
 die Liste der Abgaben ist lang. Hinzu kommen noch mögliche BeitrĂ€ge zur Industrie- und Handelskammer oder zu anderen Mitgliedschaften.

Das erarbeitete Geld kommt nicht netto auf dem Konto an, sondern brutto. Es ist die Aufgabe des Freelancers, die fĂŒr Steuern, Versicherungen und weitere Abgaben vorgesehenen Summen nicht aus dem Auge zu verlieren – oder gar fĂŒr andere Dinge auszugeben.

Erfolgreich als Freelancer arbeiten

FĂŒr manche Menschen ist es ein Traum, fĂŒr andere ein Albtraum: SelbstĂ€ndig arbeiten, sich die Arbeitszeit frei einteilen – und Geld mit dem verdienen, was man liebt. Fest steht aber leider auch, dass nicht jeder Mensch zum Freelancer gemacht ist. Manche mĂŒssen einfach den Druck des klassischen 9-to-5-Jobs haben, haben vielleicht Probleme mit dem Zeitmanagement oder lieben die Prokrastination einfach zu sehr.

Andere fĂŒrchten sich – berechtigterweise – vor einem Auftragsmangel oder wollen das Abenteuer nicht wagen. Es gibt gute GrĂŒnde, nicht als Freelancer zu arbeiten. DafĂŒr gibt es aber auch viel GrĂŒnde, um es dennoch zu machen.

Um als Freelancer erfolgreich zu sein, braucht man FĂ€higkeiten, die sich dauerhaft zu Geld machen lassen.

In diesen FĂ€higkeiten mĂŒssen Freelancer besser sein als die Konkurrenz. Die FĂ€higkeiten mĂŒssen zudem jetzt und in der Zukunft tatsĂ€chlich auch gefragt sein – es muss ein Markt bestehen, der bedient werden kann. Eine immerwĂ€hrende Weiterbildung gehört deshalb bei vielen Berufen von Freelancern einfach dazu.

FĂ€higkeiten mĂŒssen zudem nicht nur einfach vorhanden sein, sondern auch angemessen angepriesen werden. Ein Portfolio und eine Webseite gehört in vielen FĂ€llen einfach dazu. So können sich potenzielle Kunden vorab ein Bild von dem machen, was sie erwartet.

Auch an der Kommunikation mit Kunden kann es scheitern. Wenn am Ende Hundert hin und hergeschickte E-Mails, dafĂŒr aber kein Auftrag steht, hat man ordentlich Zeit verloren. Zu wissen, was der Kunde wirklich haben möchte – und das erfolgreich kommunizieren zu können –  ist Gold wert.

Zeitmanagement: Nicht ablenken lassen

Gerade dann, wenn Freelancer in ihrem Home Office arbeiten, lauern die Gefahren ĂŒberall. Mal eben bei Facebook reinschauen, mal eben etwas einkaufen gehen, mal eben ein YouTube-Video schauen 
 und schon ist es Mittag, Zeit fĂŒr eine Pause! Wer kein richtiges Zeitmanagement betreiben kann, der muss das entweder so schnell wie möglich lernen oder doch als Angestellter arbeiten. Eine Alternative gibt es nicht.

Die Arbeit als Freelancer muss aus eigener Motivation heraus geschehen. Man wird nicht arbeitsunabhÀngig bezahlt, es gibt kein festes Gehalt unabhÀngig von der geleisteten Arbeit. Sich wirklich hinzusetzen und die Aufgaben sauber und korrekt zu erledigen, gehört dazu.

Sich nicht unter Wert verkaufen

„Wie viel soll ich pro Stunde verlangen?“ ist selbstverstĂ€ndlich eine wichtige Frage, auf die es aber keine pauschale Antwort gibt. Je nach Beruf, FĂ€higkeiten und Expertise werden sehr unterschiedliche StundensĂ€tze verlangt. Hier gilt es, den goldenen Mittelweg zu finden zwischen dem, was ihr gerne haben möchtet und dem, was die Auftraggeber bereit sind, zu zahlen.

Unter Wert sollte man sich nie verkaufen, auch wenn es gerade in der Anfangszeit oder bei Auftragsmangel verlockend erscheint. Es ist oft besser, einen höher bezahlten Auftrag anzunehmen als mehrere unterbezahlte. Auch fĂŒr die Motivation kann es Wunder wirken.

Gute Tools fĂŒr Freelancer

E-Mail und Telefon gehören nach wie vor zu den wichtigsten Werkzeugen von vielen Freelancern. Die Erreichbarkeit und Antwortzeit ist so gut wie jedem Kunden wichtig, entsprechend sollte hier nicht geschlampt werden. Doch es gibt noch viele weitere Tools, die das Arbeitsleben als Freelancer etwas erleichtern. Wie immer gilt auch hier, dass nicht jedes Werkzeug fĂŒr jeden Freelancer geeignet ist.

Skype ist ein Klassiker, der aus vielen Arbeitsbereichen nicht mehr wegzudenken ist. Es lĂ€sst sich Telefonieren und per Textnachricht chatten, sowie natĂŒrlich per Video telefonieren.

Evernote ist perfekt dazu geeignet, um Ideen zu sammeln. Die App ist fĂŒr Smartphones und den Desktop zu haben.

Forest hilft dabei, fokussiert zu bleiben und sich vom Handy nicht ablenken zu lassen – obwohl es sich um eine App handelt. Es wird ein virtueller Baum gepflanzt, der anschließend wĂ€chst. Nimmt man das Handy in die Hand, stirbt der Baum. Eine geniale Idee.

Dropbox (oder eine andere Cloud-Lösung) hilft dabei, wenn ihr und Kunden gleichermaßen auf Dateien zugreifen wollt. Statt zum Beispiel EntwĂŒrfe per E-Mail zu verschicken, lassen sie sich auch in die Dropbox verfrachten.

Slack eignet sich zur Kommunikation in Teams. Es können verschiedene KanÀle und Teams zusammengestellt werden, um Aufgaben zu verteilen.

Asana geht in eine Àhnliche Richtung wie Slack, legt den Fokus aber mehr auf die Aufgabenverteilung.

Fazit: Als Freelancer arbeiten

SelbstĂ€ndig und frei: So schön es auch klingen mag, am Ende steckt viel harte Arbeit dahinter. Als Freelancer tĂ€tig zu sein, kann sehr befriedigend wirken – wenn es denn gut lĂ€uft. Herrscht hingegen Auftragsmangel, wĂŒnscht man sich ein ganz normales AngestelltenverhĂ€ltnis herbei.

Erfolgreiche Freelancer ruhen sich nicht auf Erfolgen aus, sondern bilden sich weiter, lernen neues und bleiben ganz allgemein auf dem Laufenden. Geschieht das nicht, wird man schneller von der Konkurrenz verdrÀngt als einem lieb ist.

Die Kosten sollten nicht unterschĂ€tzt werden. Steuern, Sozialversicherungen und weitere Abgaben lauern ĂŒberall, was bei der Finanzplanung von Beginn an berĂŒcksichtigt werden muss. Ein finanzielles Polster fĂŒr schlechte Zeiten gehört fĂŒr Freelancer ebenfalls dazu.

Ob sich die TĂ€tigkeit als freier Mitarbeiter lohnt, muss natĂŒrlich jeder fĂŒr sich selbst entscheiden. Wer auf eigene Faust erfolgreich sein möchte, der sollte sich selbst gut kennen und seine Haltung zur Arbeit genau unter die Lupe nehmen.

Über Christian

ChristianMein Name ist Christian und ich bin MitgrĂŒnder der Plattform fastWP. Hier im Magazin bin ich fĂŒr die eher "technisch" lastigen Themen zustĂ€ndig aber schreibe gerne ĂŒber das Thema SEO, das nun bereits seit ĂŒber 10 Jahren zu meiner Leidenschaft gehört.

2 Kommentare zu „Guide fĂŒr Freelancer: Auf diese Dinge solltet ihr achten (Teil1)“

  1. Avatar

    Lieber Christian!
    Vielen Dank fĂŒr diesen Artikel!
    Als Freiberuflerin interessiere ich mich fĂŒr Steuerzahlung fĂŒr Freelancer. Wie sieht die Situation damit aus?

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