WordPress ist das beliebteste Content Management System und bereits viele Millionen Präsenzen weltweit wurden mit dem CMS erstellt. Bevor Kunden mit WordPress attraktive Webseiten aufbauen können, stellt sich aber die Frage nach dem richtigen Webhosting. Auf welche Aspekte müssen Kunden achten? Denn das richtige Hosting kann unter Umständen den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern eines Projektes ausmachen.

Hosting von WordPress

Das Internet ist voll von Legenden, mutmaßlichen Tipps, Tricks und allerlei Informationen zum Thema WordPress Hosting. Selbiges ist nämlich eine ganz schön heikle Angelegenheit, da WordPress so seine Macken und Probleme hat und letztendlich leider auch bekannt dafür ist, viele Ressourcen zu fressen und kleine Hosting-Pakete gerne mal regelrecht lahmzulegen. Nicht bei einem einzelnen Besucher, aber zu Spitzenzeiten oder wenn dann doch mal ein paar mehr auf dem eigenen Blog gelangen. Das perfekte WordPress Hosting ist also keine einfache Geschichte, die mal eben so zwischen Tür und Angel entschieden werden kann. Nicht umsonst gibt es mittlerweile eine ganze Menge Hoster, die spezielle WordPress-Angebote präsentieren, mit Servern die komplett an die Eigenheiten und Bedürfnisse von WordPress angepasst sind. Inklusive Caching, sodass ihr euch selbst nur noch wenig Gedanken machen müsst und die Verwaltung und Einstellung des Servers einfach komplett dem Hoster überlassen könnt. Leider gibt es in diesem bereich aber auch sehr viele Fake-Pakete, denn nicht überall wo WordPress Hosting draufsteht, ist auch echtes WordPress Hosting drin. Der Trend lockt die großen Hoster, die am Server wenig verändern, dafür aber fett gedruckt WordPress-Hosting auf ihr Angebot schreiben. Gerade in Deutschland sind solche Angebote aus meiner Sicht ein echtes Problem geworden. Zeit sich also mal anzuschauen, worauf geachtet werden sollte und welcher Anbieter am Ende wirklich empfehlenswert ist.

 

Checkliste für das richtige WordPress Hosting

Es gibt im Vorfeld zahlreiche Aspekte zu beachten, damit der eigene Internet-Auftritt gelingt. Hier sind die wichtigsten Eckpfeiler, die sich Kunden bereits im Vorfeld überlegen müssen:

  • Art der Webseite
  • potentielle Besucherzahlen
  • Shop oder Blog?
  • Verschlüsselung via SSL Zertifikat
  • einfache Installation von WordPress
  • überschaubare Kosten
  • seriöse WordPress Hosting-Anbieter
  • Erweiterbarkeit des Tarifs
  • Volumen vom Webspace
  • Servergeschwindigkeit
  • Kundenservice
  • Erfahrungen bestehender Kunden

Art der Webseite – wichtig für den optimalen Tarif

Die wohl grundlegendste Frage im Vorfeld, ist die Art und der Stil der zukünftigen Webseite. Wer nur einen kleinen Blog oder Ratgeber betreiben will, benötigt kein SSL Zertifikat oder gigantische Volumen. WordPress selbst kommt mit rund 60 Megabyte aus und hierbei genügen Tarife mit 500 Megabyte Volumen völlig aus. Hierbei spielt auch eine Traffic-Flat oder dergleichen keine besondere Rolle. Kleine Webseiten und Blogs, kommen also mit einem günstigen Tarif bestens aus.

Anders sieht die Situation schon bei größeren Projekten aus. Wer im Affiliate-Marketing unterwegs ist und seine Präsenzen SEO-optimiert, der rechnet für die Zukunft mit größeren Besucherzahlen. Das betrifft auch Shops und andere größere Projekte. Hier kommt es schon auf das Detail an. Google und Co., wissen ganz genau den Mehrwert und die Strukturierung einer Webseite einzuschätzen.

Bei derartigen Vorhaben, sind aus Sicht des Rankings ein SSL-Zertifikat und schnelle Servergeschwindigkeiten von großem Vorteil. Hier lohnt es sich schon, einen besseren bzw. leistungsfähigeren Tarif zu wählen. Auch ein großes Volumen und eine Traffic-Flat, machen durchaus Sinn.

Kosten für das WordPress Hosting

Die Kosten sind je nach Anbieter schwankend. Kleine Blogs, kommen mit etwa 20 Euro im Jahr gut über die Runden. Auch die Art der Domain spielt eine Rolle. Weiterhin kommt es immer auf den Tarif an und welche zusätzlichen Leistung in Anspruch genommen werden. Kostenlose Anbieter wie Jimdo und Co., bieten übrigens keine Art von WordPress Hosting an. Kunden müssen also zwangsläufig auf einen kostenpflichtigen Anbieter umschwenken. Allerdings halten sich die Preise echt in Grenzen und besonders Einsteiger und kleine Präsenzen, haben keine hohen Kosten zu befürchten.

Wenn es in die professionelle Richtung geht, beziffern sich die Kosten zwischen 20-50 Euro im Jahr, für eine Domain mit reichlich Webspace. Es lohnt sich aber, weil bei der Suchmaschinenoptimierung mittlerweile auch Fakten wie die Geschwindigkeit der Webseite eine maßgebliche Rolle spielen. Also Sparen lohnt sich, aber bitte nicht an der falschen Stelle.

V-Server, Root-Server, Managed Hosting

Zunächst einmal raten wir von jeglichen Webspace-Paketen in Verbindung mit WordPress ab. In der Regel taugen die nur für eine sehr kurze Anfangszeit etwas, bei mehreren Besuchern machen sie aber zu schnell schlapp und dann ist der Ärger und der Aufwand bei Umzug groß. Setzt also lieber sofort auf einen V-Server oder Root-Server, bei dem ihr entsprechende Ressourcen fest zugesichert bekommt und die volle Kontrolle erhaltet. Die kosten heute gar nicht mehr die Welt und so seid ihr mit einem derartigen Paket recht gut beraten. Noch besser wäre natürlich ein Managed WordPress Hosting, doch dazu kommen wir im nächsten Abschnitt noch einmal genauer. Auch die Hardware des Servers ist nicht unwichtig, vor allem sollte die MySQL-Datenbank aber auf einem separaten, mit SSD ausgestatteten Datenbank-Server ablaufen. MySQL frisst viel Speicher, WordPress auch und beides gemeinsam auf einem Server ist absolut nicht zu empfehlen. WordPress Hosting ist alles andere als unkompliziert, weil es dabei um eine sinnvolle Lastverteilung geht, sodass auch bei hohen Besucherzahlen noch schnelle Reaktionszeiten es Servers garantiert werden können. Weil das bei WordPress nur mit viel Optimierung effektiv erreichbar ist, versuchen wir hier ein wenig Licht in Dunkel zu bringen.

hosting-vergleich

Managed WordPress Hosting nimmt euch vor allem die zusätzliche Arbeit ab. So kümmert sich ein Team von Spezialisten, um die nötige Sicherheit und Performance des Servers und passt alle Einstellungen so an, dass WordPress bestmöglich läuft. Bei einem eigenen Server ist nichts angepasst und die richtigen Einstellungen, die Performance und Sicherheit liegen in eurer Verantwortung.

Managed WordPress Hosting

Einen Server korrekt zu konfigurieren kann recht kompliziert und aufwändig werden, einlesen hilft da oft auch nicht weiter, es braucht schon echte und praktische Erfahrung, um genau zu wissen was ihr da tut. Sogenanntes Managed WordPress Hosting nimmt euch diesen Schritt komplett ab.

Lange Zeit gab es hier eigentlich nur Angebote aus den USA  jedoch bringen euch diese auch nicht weiter, weil die Server mit ihrer Anbindung für deutsche Kunden und Besucher alle andere als ideal sind, weshalb der Vorteil in Preis oder Leistung sofort wieder verschwindet. Viele vermeintliche Angebote von den bekannten großen Providern bieten zwar sogenanntes WordPress Hosting an, aber am Ende handelt es sich hier um Standardpakete die vielleicht zumindest beim PHP Memory Limit eine gewisse Minimumgrenze einhalten aber ansonsten steht das WordPress Hosting hier wohl eher für Optionen wie „automatische Installation von WordPress“ oder auch die Optionen das Plugins und WordPress automatisch upgedatet wird. Das es hier aber weitaus mehr Bedarf sollte jedem klar sein der unseren Blog regelmäßig liest.

Alles in allem also keine Option und teilweise hat man das Gefühl dass man für den Namen „WordPress Hosting“ gleich noch mehr zahlen darf, eben weil „WordPress Hosting“ drauf steht…

Mittlerweile gibt es aber auch in Deutschland Angebote die sich speziell auf auf das Thema konzentriert haben und sich hier ausschließlich auf WordPress Hosting konzentriert haben. Im folgenden möchten wir hier 2 Anbieter nennen.

Raidboxes

Gegründet 2016 und aktuell wohl der bekannteste Anbieter im Bereich WordPress Hosting. Preislich geht es ab 15€/Monat los – dafür gibt es aber schon einen eigenen vServer mit 2GB RAM, 5GB SSD und eben vielen Einstellungen und Konfigurationen die euer WordPress eben schneller und effektiver laufen lassen sollen. Hier geht es zu unserem ausführlichen Testbericht

Hostpress

Die Gründe Marcus und Michael Krämer wollen zum kundenfreundlichsten WordPress Hoster Deutschland werden – so zumindest die eigene Aussage. Bereits seit 2016 am Markt bietet das Unternehmen aus Eppelborn ebenfalls reines WordPress Hosting an. Das kleinste Paket startet hier ab 25€/Monat. Ein detaillierter Test zu Hostpress folgt.

Grundsätzlich ist diese Option des Hostings natürlich etwas teurer als das Standard Einsteigerpaket jedoch spart ihr euch am Ende die komplette technische Verwaltung, die, wenn sie effizient betrieben wird, zum Teil recht aufwendig werden kann und immer wieder Feintuning erfordert. Vor allem heißt Optimierung aber immer auf dem neusten Stand zu bleiben und Einstellungen entsprechend anzupassen. Managed WordPress Hosting erspart euch das komplett und so könnt ihr euch voll auf das Bloggen selbst konzentrieren und braucht euch keinen Kopf um Sicherheit, Performance und Backups machen.

WordPress-Tuning von Hand

Was ein Managed WordPress Hoster übernimmt, müsst ihr, wenn ihr WordPress selbst hostet, natürlich auch komplett selbst übernehmen. Einstellungen, Optimierungen, das richtige Tuning an den richtigen Stellen, alles liegt in eurer Verantwortung und ihr müsst selbst wissen was von Vorteil ist und was überhaupt nichts bringt, oder sich sogar negativ bemerkbar macht. Das birgt Gefahren, denn Optimierungen können auch vollkommen in die Hose gehen. Es erlaubt aber auch spezielle und einzigartige Anpassungen, die Profis natürlich gerne mal vornehmen. Doch da Profis eh wissen was sie da tun, gibt es hier natürlich vor allem Tipps für neuen und Fortgeschrittenen Anwender, die ihren ersten Server konfigurieren und einstellen möchten. Auch wenn Managed WordPress Hosting für diese Gruppe klar von Vorteil ist, manche möchten eben doch immer ihr eigenes Ding machen und beim Hosting jedes Detail selbst konfigurieren. Ob das immer so sinnvoll oder angebracht ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

MyISAM zu InnoDB umwandeln

Moderne Optimierung von MySQL-Tabellen setzt voll und ganz auf die InnoDB Engine, nicht mehr auf die früher so verbreitete MyISAM-Technik. Weil vieles in WordPress aber noch in MyISAM angelegt wurde (zumindest wenn euer Blog etwas älter ist), solltet ihr die MySQL-Tabellen erst einmal entsprechend umwandeln, um von den Vorteilen zu profitieren. MyISAM ist für WordPress heute veraltet, genutzt wird InnoDB, da sind sich die meisten erfahrenen Anwender einig. Vor allem weil MyISAM gar nicht mehr aktiv entwickelt wird, InnoDB aber eben schon. Wie genau ihr die Tabellen von WordPress umwandelt, lest ihr in diesem Artikel. Denkt bitte immer daran vorab ein Backup anzulegen, denn eine zerstörte Datenbank bringt enorme Probleme mit sich und jede Änderung sollte hier immer und mehrfach abgesichert werden. Nur um auf Nummer sicher zu gehen. Wer sich nämlich die Datenbank durch einen dummen Fehler zerlegt, zerstört, oder wichtige Tabellen löscht, hat hinterher viel Spaß (nicht!) beim Wiederherstellen.

PHP immer aktuell halten

Zunächst einmal gilt bei PHP, dass immer die neuste Version installiert sein sollte. gerade in der letzten Zeit hat sich hier nämlich viel getan und verändert, sodass die neuen PHP-Versionen in Sachen Performance massiv zugelegt haben. Kein Vergleich zu früher, weshalb der Wechsel und die Aktualität auch so enorm wichtig sind. PHP 7 ist im Vergleich zu PHP 5 ein Unterschied wie Tag und Nacht und bringt WordPress allgemein zum rennen. Natürlich gibt es bei PHP dann auch noch weitere Möglichkeiten des Cachings, beispielsweise den PHP OPcache, doch der richtet sich dann wieder eher an erfahrenen Nutzer. Wer hier keine Ahnung hat, ist mit dem oben erwähnten Managed WordPress Hosting deutlich besser bedient, denn das beinhaltet bereits serverseitiges Caching und zwar so eingestellt, dass es effektiv und im Grunde unbemerkt im Hintergrund arbeitet. Alle anderen wissen was sie tun und brauchen keine weitere Einweisung. Und wer es nicht weiß, lässt bitte die Finger davon, denn so etwas ist eben, wie erwähnt, nichts für Anfänger.

MySQL Query Cache

WordPress ist ein komplett dynamisches CMS und zieht seine Inhalte bei jedem Aufruf erneut aus der MySQL-Datenbank, die beim WordPress Hosting oft einen Flaschenhals darstellt. Das ist ein Problem, denn viele Aufrufe verändern sich beim erneuten Abruf gar nicht, bleiben demnach immer gleich, weshalb der erneute Query eigentlich unnötig ist. Aktivieren könnt ihr den MySQL Query Cache mit einem Eintrag in der my.cnf und dort mit entsprechenden Parametern noch ein wenig konfigurieren. Auch hier gilt: Wer keine Ahnung hat, lässt bitte die Finger davon.

query_cache_type = 1

query_cache_size = 256M

query_cache_limit = 2M

query_cache_strip_comments =1

Nginx, MariaDB und HHVM

Wer noch mehr möchte, setzt auf das extrem performante Nginx, MariaDB und die Verbindung mit HHVM. Ein unglaublich perfromantes WordPress-Setup, wie ich von vielen Seiten höre, mit dem ich ehrlich gesagt aber selbst kaum Erfahrung habe. Da bleiben wir wie so oft eher konservativ und versuchen die bekannten Standards weiter zu optimieren, statt über Umwege mehr Performance zu erreichen. Auch weil Nginx und MariaDB eben nicht so viel Kompatibilität mit einigen Techniken hat wie man sich das als Admin manchmal wünschen würde. Trotzdem, wer interessiert ist findet hier weitere Informationen zu einem derartigen Setup, denn umgesetzt wurde so etwas durchaus schon einmal und zum Glück ist mit WordPress so ziemlich alles problemlos machbar. Ob das jetzt, wo PHP 7 so viel Vorteile bringt, aber immer noch empfehlenswert ist, wagen wir zu bezweifeln.

HTTP/2 wird absolute Pflicht

Auch wenn HTTP/2 bald schon Standard sein wird, aktuell setzten viele Hoster dies noch nicht um. Das liegt auch daran, dass HTTP/2 im Standard zwar kein HTTPS erfordert, die Browser dieses aber trotzdem voraussetzten. Obwohl es also ohne möglich wäre, setzt HTTP/2 für die eigene Webseite demnach SSL voraus. Da die kostenlosen Möglichkeiten wie Let’s Encrypt aber noch nicht ganz so einfach umsetzbar und integrierbar sind, ist HTTP/2 derzeit eher langsam auf dem Vormarsch. Gerade die großen Hoster tun sich bei vielen Paketen deshalb noch schwer eine Lösung anzubieten oder gar anzukündigen. Ob es dieses Jahr also tatsächlich schon gelingt, dass alle Hoster auf HTTP/2 umsatteln, wagen wir einfach mal stark zu bezweifeln. Aber auch hier gilt: Das oben erwähnte Managed WordPress Hosting hat HTTP/2 bereits fest in Planung, weshalb sich Kunden dort keinerlei Gedanken machen müssen. Was HTTP/2 bringt und wie es Web Worker auffordert umzudenken, könnt ihr hier lesen. Wirklich interessant, weil sich vieles grundlegend verändert und alte Optimierungen neu gedacht werden müssen. Was früher von Vorteil war, wird mit HTTP/2 wieder wertlos oder gar zu einem echten Nachteil. Spannend, da Optimierung mit dem neuen Standard komplett anders umgesetzt werden muss. Wir freuen uns darauf und HTTP/2 sollte bei optimiertem Hosting inzwischen eigentlich Pflicht sein.

WordPress selbst optimieren

Das richtige WordPress Hosting zu finden ist alles andere als einfach. WordPress hat bekanntermaßen so seine Eigenheiten, wie auf dieser Seite ja schon mehrfach erwähnt wurde. 0815 Hoster oder günstige Hosting-Pakete, sind für WordPress einfach nicht das Richtige. Es mag sein, dass sie beim Start mit 100 Besuchern am Tag noch keine ernsthaften Konsequenzen nach sich ziehen, doch sobald mehr Besucher auf den eigenen Blog stürmen und das auch zu Spitzenzeiten, bricht alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Wir raten zu Managed WordPress Hosting . Wer sein Hosting dagegen selbständig für WordPress optimieren möchte, sollte viel Erfahrung und einen bzw. zwei (MySQL nicht vergessen) starke Server mitbringen. Aber mal ehrlich: Das wird am Ende höchstwahrscheinlich teurer als ein Managed WordPress Hosting. Performance-Optimierung ist einfach ein zu komplexes Thema geworden, mit dem sich der „einfache“ Webseitenbetreiber nicht noch zusätzlich herumschlagen sollten. Außerdem ist es eben auch zu umfangreich, um das mal eben so »nebenbei« abzuhaken.

Grafiken:

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