Ein guter SEO Text ist…

Worauf kommt es bei guten SEO-Texten an?

…ja, was denn eigentlich? So genau weiß das nämlich niemand, auch wenn viele „Experten“ euch das glauben machen wollen. Allerdings kann man nach dem Ausschlussprinzip vorgehen, um sich der Antwort Stück für Stück zu nähern und danach besseren Content für seine Leserschaft zu schreiben – oder schreiben zu lassen. Schauen wir uns dafür zunächst an, was ein guter SEO-Text NICHT ist.

Gute SEO-Texte sind NICHT…

  • … zwangsläufig XYZ Wörter lang!
  • … in jedem Fall wdf*idf optimiert!
  • … vollgepackt mit dem Hauptkeyword!
  • … für ein paar Cent pro Wort zu haben!

gute SEO-Texte Anforderungen

Inhalt

Textlänge bei SEO-Texten

Der beste Beweis dafür, dass gute SEO-Texte keine Mindestlänge haben, seid ihr selbst. Immer wenn ihr eine Suchmaschine nutzt, wollt ihr auf irgendetwas eine Antwort bekommen bzw. auf eine Seite geleitet werden, auf der ihr eine konkrete Absicht in die Tat umsetzen könnt. Artikel sollten also vor allem auf Long-Tail-Keywords optimiert sein. Versteht darunter aber lieber konkrete Bereiche eines übergeordneten Themas, denn Keywords an sich spielen heute eine andere Rolle als noch vor einigen Jahren.

Wie gut der Artikel rankt, hängt maßgeblich davon ab, ob die jeweilige Webseite auch andere Sub-Themen (Long-Tails) eines übergeordneten Themas behandelt und die Artikel entsprechend miteinander verknüpft sind. Das passiert optimalerweise über intere Links, Übersichtssseiten und sinnvolle Kategorien. Wie ein SEO-Text aufgebaut sein muss, hängt also auch von der gesamten Content-Struktur einer Webseite ab.

Nachteile von zu langen Artikeln

Zwar kann man die Überschriften weise wählen und entsprechende Sprungmarken setzen, die Google im SERP-Snippet eventuell direkt ansteuerbar ausspielt, doch optimal ist das keineswegs. Bedenkt beim Schreiben von SEO-Texten immer, dass ihr lediglich ein einziges SERP-Snippet (die Meta-Angaben) pro URL – also pro Artikel – vergeben könnt. Weil auch User-Signals wie die Click-Through-Rate in Google (Häufigkeit der Klicks auf ein Suchergebnis im Verhältnis zu den Impressionen) eine Rolle spielen, ist es manchmal besser, ein Thema aufzuteilen und in mehreren separaten Artikeln zu behandeln.

Die Meta-Angaben (Titel und Beschreibung) sind in jedem Fall Teil eines guten SEO-Textes. Diese Elemente sollten den User auf der Suchergebnisseite (Search Engine Result Page, kurz: SERP) abholen und zum Klicken animieren.

Geringe Aufmerksamkeitsspanne beachten

Seid ihr noch da? Sehr gut, dann seid ihr mit einer überdurchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne gesegnet. Die meisten Menschen sind kaum noch dazu bereit, sich durch ewig lange Texte zu wühlen. Gut aufbereitete Information – kurz und knackig halt – wird viel lieber genommen.

Innerhalb weniger Sekunden entscheidet sich, ob ein User weiterliest oder wegklickt. Eine Studie von Microsoft aus dem Jahr 2015 ergab, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne des Menschen nur noch bei etwa 8 Sekunden liegt.

Aber da ihr noch dabei seid, verrate ich euch noch einen weiteren Nachteil von langen zu langen SEO-Artikeln:

Die Leser & Leserinnen werden nicht dazu animiert, sich durch eure Website zu klicken. Monetarisiert ihr eure (WordPress)-Seite jedoch mit Werbung (z.B. mit AdSense), ist es genau das, was ihr erreichen wollt.

Für Firmenwebseiten, die mit einem SEO-Text auf die eigentlichen Produkte verweisen und zum Kauf, einer Buchung oder zu sonst irgendwas animieren wollen, gilt das nicht uneingeschränkt. Hier können durchaus (müssen aber nicht) holistische Landingpages mit teilweise mehreren tausend Wörtern Sinn machen. Die visuelle und technische Aufbereitung entscheidet dann aber oft über Erfolg und Misserfolg.

Die Textlänge ist nicht entscheidend für die Qualität & den Mehrwert eines guten SEO-Textes. Vielmehr ist das Animieren zu weiterer Interaktion durch entsprechende Formulierungen und ansprechende Titel wichtig. Auch eine sinnvolle Aufbereitung des jeweiligen Themas in Kombination mit bereits bestehendem und geplantem Content macht hochwertige Inhalte aus.

“Und was ist mit wdf*idf Optimierung?”

Keyworddichte war gestern, wdf*idf Optimierung von SEO-Texten ist die Zukunft”, ist ein Satz, der (leider) auch schon wieder Schnee von gestern ist. SEO-Tools zum Erstellen von gutem Content sind ein Segen, manchmal könnte man sie aber auch verfluchen. Die abenteuerlichen Vorschläge, die einem wdf*idf Tools teilweise unterbreiten, sind für den eigenen Text natürlich absolut ungeeignet.

Das kann bei unerfahrenen Autoren schnell dazu führen, dass diese den eigentlich gar nicht so schlechten Text so lange anpassen, bis das Tool ihn als sehr gut einstuft. Unerfahrene Auftraggeber nehmen einem so einen Text dann auch tatsächlich ab. Das Problem: Nicht selten kommt dabei ein komplett sinnfreier Mumpitz heraus, den man seinen Lesern keinesfalls anbieten sollte.

Als Orientierungshilfe, den Artikel mit ein paar wichtigen Begrifflichkeiten und Aspekten zu spicken, kann man solche Tools in jedem Fall gebrauchen. Aber nicht vergessen: Die wdf*idf Gewichtung ist nur EINER von vielen Aspekten, die einen guten SEO-Text ausmachen.

Tipp: Ein gutes wdf*idf Tool findet ihr zum Beispiel bei Ryte. Falls ihr nicht wisst, was wdf*idf bedeutet, findet ihr hier eine Erklärung.

Lesbarkeit & Keyword-Fokus: alles nur Hokuspokus?

Ihr nutzt Yoast SEO oder ein anderes OnPage Tool zur Optimierung eures Contents? Sehr gut, denn diese Tools sind in WordPress in weiten Teilen unverzichtbar. Aber was ihr auf keinen Fall tun solltet, ist, euch nur an grünen Lämpchen zu orientieren. Das gilt nicht nur für das Fokus-Keyword, sondern auch für das Lämpchen, das in rot, gelb oder grün über die Lesbarkeit eures Textes urteilt. Aber bleiben wir erst einmal beim Hauptkeyword.

Wirklich gut rankt euer Artikel nicht, weil ihr das Fokus-Keyword in einer angemessen Keyworddichte verwendet habt. Stattdessen sind viele andere Faktoren weitaus wichtiger. Das heißt aber nicht, dass das Fokus-Keyword Unsinn ist. Es ist absolut wichtig, dass ihr einen Text (also eine einzelne URL) auf exakt das Thema ausrichtet, für das ihr ranken wollt. Allerdings wähle ich hier bewusst den Begriff “Thema” und nicht “Keyword”, da sich die Zusammensetzung der einzelnen Keywords vor allem bei Long-Tail-Suchanfragen stark unterscheiden kann. Weil solche Suchanfragen aber ohnehin ein niedrigeres Suchvolumen haben als Short-Tail-Suchen, wollt ihr natürlich für möglichst alle Wortfolgen und Schreibweisen von Keywords gut ranken.

Tipp: Schaut euch bei der Themen- bzw. Keywordrecherche lieber mal an, welche Aspekte das jeweilige Thema betreffen und gebt Antworten auf die Fragen, die eure Leser beschäftigen. Tools wie Answer The Public liefern euch jede Menge W-Fragen.

Google will seine User glücklich machen und das bestmögliche Suchergebnis präsentieren. In Zeiten von Maschine Learning und künstlicher Intelligenz (Google RankBrain) gelingt das der Suchmaschine auch bei unspezifischen Suchanfragen (Voice-Search, Fragesätze etc.) immer besser. Das klassische Keyword spielt also nur noch eine untergeordnete Rolle.

Lesbarkeit von SEO-Texten

Wie versprochen noch ein paar Worte zur Lesbarkeit: Ihr habt verschachtelte Sätze in diesem Text gefunden und außerdem war schon das ein oder andere Füllwort dabei? Ich weiß, Lesbarkeits-Tools mögen das überhaupt nicht, aber ihr seid ja trotzdem noch da. Warum? Ich denke mal, weil ihr diesen Text trotzdem versteht. Ich gehe noch weiter: Würde ich euch nicht auch ein wenig fordern, könntet ihr schnell die Lust verlieren, weiterzulesen. Hier lautet das Zauberwort: Zielgruppe!

Tipp: Wenn ihr eure Texte trotzdem auf Füllwörter und Co überprüfen möchtet, empfehle ich euch das Tool von Schreiblabor.com. Beachtet aber, dass Füllwörter auch Stilmittel sein können und Sätze lebendiger gestalten.

Das kostet ein guter SEO-Text

SEO-Text schreiben lassen”, “SEO-Text kaufen” – das sind Vorschläge, die einem Google macht, wenn man den Begriff “SEO-Text” eingibt. Die logische Schlussfolgerung: Viele Leute interessiert, was ein guter SEO Text kostet. Also hier die Antwort: Ich habe keine Ahnung, aber garantiert mehr als 4 Cent pro Wort.

Ich kann euch ehrlich nicht sagen, was ein guter SEO Text kostet, denn der Aufwand für die Erstellung des Contents ist immer unterschiedlich. Es kommt schließlich nicht nur auf die Keyword-Recherche (Themen-Recherche) an, sondern auch darauf, wie umfassend der Autor / Texter / Redakteur in den bestehenden Content eintauchen muss, um den neuen Text danach auszurichten. (Tipp für Auftraggeber: Ein gutes Briefing wirkt Wunder!) Auch der Stil der Inhalte sollte sich immer an der Zielgruppe ausrichten, um den größten Effekt zu erzielen.

Je nachdem wo der Text veröffentlicht werden soll, wird ein anderer Zweck verfolgt. Ein suchmaschinenoptimierter Magazinartikel wird anders geschrieben als eine verkaufsfördernde Landingpage mit vielen Call-to-Action Elementen. SEO-Texte, Werbetexte, Fachartikel oder was auch immer gerade gefordert wird sind also Maßarbeit und oftmals mehr Marketing als Schreiberei. Ein maßgefertigtes Stück Kleidung vom Schneider kostet eben auch mehr als Konfektionsware aus dem Kaufhaus – hinterlässt dafür jedoch einen bleibenden Eindruck. Content-Kaufhäuser sind zum Beispiel Plattformen wie Content.de oder Textbroker.de.

Fazit

Nachdem ich nun schon den ein oder anderen Tipp gegeben habe, ist es Zeit, nochmal eine knackige Schlussfolgerung aus all dem Geschwafel zu ziehen. Und hier fasse ich mich nun wirklich kurz, um meine Behauptungen nicht ad absurdum zu führen – versprochen!

Ein guter SEO Text…

  • … gibt Antworten auf die Fragen der User!
  • … besteht nicht nur aus sinnlos aneinandergereihten Keywords!
  • … richtet sich im Stil nach der Zielgruppe!
  • … nutzt Aufzählungen & Infoboxen!
  • … hat ein Inhaltsverzeichnis, wenn die Textlänge ein gewisses Maß überschreitet!
  • … besitzt ansprechende Titel & strukturierte Überschriften!
  • … hat attraktive Meta-Angaben, die in Google zum Klicken animieren!
  • … ist oft mehr Werbetext als Blogartikel!
  • … braucht ein gutes Briefing!

Noch ein Tipp für das Briefing: Als Auftraggeber solltet ihr im Briefing genau angeben, welche Aspekte eines Themas bereits in anderen Artikeln oder auf anderen Landingpages behandelt wurden. Der Texter oder die Texterin kann die Abschnitte und Formulierungen dann so anpassen, dass sich diese gut mit dem vorhandenen Content verknüpfen lassen. Nur so kann Google zu einer spezifischen Anfrage, die passende URL eurer Website ausspielen.

Fabian
Fabian
Als Content-Manager & Autor kümmert sich Fabian seit dem Neustart von fastWP um die Erweiterung und (Neu)ausrichtung des Contents. Neben der Mitarbeit bei SeoFoxx - Internetmarketing schreibt der Wahlbayer mit preußischem Migrationshintergrund auch für andere Blogs und Magazine im Bereich Online-Marketing. In seiner Freizeit kümmert sich der 30-Jährige um sein eigenes Onlinemagazin, schwingt gerne die Kochlöffel und genießt die Natur in seiner Wahlheimat im Süden der Republik.

2 KOMMENTARE

  1. Oh ja, die Sache mit der Textlänge… Teilweise liefere ich einen für mich sehr guten und in sich stimmigen Text ab, der dann folgendes Feedback bekommt: „Schön und gut, aber können Sie noch etwas mehr schreiben? Das ist ein wenig dünn.“ Statt das Thema auszuweiten (weil fest abgesteckt), wiederhole ich mich dann ständig. Und schon passt es mir nicht mehr, aber dem Auftraggeber. Ob es für Google und Leserschaft wirklich etwas bringt, ist jedoch fraglich. Der Aspekt, den Du hiermit den Long-Tails und fest abgesteckten Themenbereichen anspricht, ist ja noch mal ein ganz anderer. Aber auch da würde ich glaube ich zustimmen.

  2. Vielen Dank für diese Zeilen, sehr schön zusammengefasst! Ich bin seit einigen Jahren im Online-Texter-Business unterwegs (eigentlich im Print-Bereich zu Hause) und immer wieder verwundert, mit was für abenteuerlichen Briefings und Anforderungen Kunden ums Eck kommen. Das kratzt dann wirklich schon manchmal am Berufsethos. Dann setzt man die Forderungen exakt um und die Kunden wundern sich, warum sich der Erfolg nicht einstellt. Eine Mannschaft ist eben nur so gut wie ihr schwächstes Mitglied, ein Text nur so gut wie der Rest der Webseite. Und wenn man von Autoren oder Autorinnen fordert, dass sie sich um den Rest Gedanken machen, sind die Wortpreis-Abrechnungsmodelle genau so weit hergeholt wie die beschriebenen Anforderungen. Es ist eben kein Print.

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